Ein fast leeres Gleis im Berliner Hauptbahnhof. | dpa

Bahnstreik Weiter massive Einschränkungen

Stand: 05.09.2021 11:09 Uhr

Volle Abteile, viele Ausfälle - wegen des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL fährt laut Bahn heute nur knapp jeder dritte Fernzug, auch regional sind viele Verbindungen gestrichen. Der Ersatzfahrplan laufe aber stabil.

Der Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn führt auch heute zu großen Zugausfällen. Wie das Unternehmen mitteilte, standen am Morgen rund 70 Prozent der Züge im Fernverkehr still. Der Verkehr nach Ersatzfahrplan laufe aber stabil, sagte ein Sprecher. Die Bahn hatte zuvor angekündigt, am Wochenende zusätzliche Züge einzusetzen, um Urlaubern die Abreise zu ermöglichen. Sie rief aber auch dazu auf, Buchungen wenn möglich zu verschieben.

Die Lokführergewerkschaft GDL bestreikt derzeit den Personen- und den Güterverkehr, der Ausstand soll noch bis Dienstagmorgen dauern. Erstmals streikt die GDL in der jüngsten Tarifrunde auch am Wochenende.

Große regionale Unterschiede

Im Regional- und S-Bahnverkehr fallen nach Konzernangaben wie in den vergangenen Tagen heute rund 60 Prozent der Züge aus, allerdings sei die Lage regional sehr unterschiedlich. Streikschwerpunkte seien weiter der Osten und einige Metropolregionen.

Insgesamt haben der Bahn zufolge seit Beginn der jüngsten Streikwelle 7017 Lokführer von insgesamt rund 19.700 DB-Triebfahrzeugführern die Arbeit niedergelegt. Neben dem Zugpersonal habe die Führung der GDL in diesem Streik auch wieder Beschäftigte im Netz, in der Instandhaltung oder an den Bahnhöfen zum Arbeitskampf aufgerufen gehabt, so das Unternehmen. "In diesen Bereichen sind allerdings auch in der dritten Streikwelle keine nennenswerten Arbeitsniederlegungen zu verzeichnen."

Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert

Die Bahn war am Freitag erneut daran gescheitert, die Streiks vor Gericht verbieten zu lassen. Sie forderte die GDL zu neuen Verhandlungen auf, während die Gewerkschaft ihrerseits ein verbessertes Angebot des Konzerns verlangt.

Die GDL fordert insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn hatte zum Streikauftakt im Güterverkehr ein neues Angebot vorgelegt, das den Forderungen der Gewerkschaft nahe kommt, allerdings eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten vorsieht, was die GDL ablehnte.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, kritisierte das Verhalten der GDL und forderte sie ebenfalls auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. September 2021 um 10:35 Uhr.