Ein Fahrgast wartet auf dem Bahnsteig in Köln.  | dpa

GDL setzt Streik fort Große Teile des Bahnverkehrs lahmgelegt

Stand: 24.08.2021 07:28 Uhr

Kunden der Deutschen Bahn müssen sich auch heute auf zahlreiche Verspätungen und Zugausfälle einstellen - der Streik der GDL geht weiter. Es sollen aber mehr Züge fahren als gestern.

Der zweite Streik der Lokführergewerkschaft GDL in diesem Monat legt auch heute große Teile des Bahnverkehrs lahm. Die Deutsche Bahn meldete am Morgen auf ihrer Internetseite, dass im Fernverkehr nur jeder dritte Zug fahren solle. Im Regional- und S-Bahnverkehr fahren erneut rund 40 Prozent der Züge, erklärte Bahn-Sprecher Achim Stauß.

Aber es gebe regionale Unterschiede: In Ostdeutschland sind es laut Bahn nur zehn bis 15 Prozent der Züge sein, im Westen deutlich mehr. Bei der S-Bahn München etwa will die Bahn jeden zweiten Zug fahren.

Viele Lokführer dürfen nicht streiken

Die GDL ist in Ostdeutschland am stärksten organisiert. Zudem sind vor allem im Westen aus früheren Bundesbahnzeiten noch 3000 der 20.000 Lokführer Beamte und dürfen nicht streiken.

Der Ausstand soll am Mittwoch um 2.00 Uhr enden. "Wir sind zuversichtlich, dass der Zugverkehr morgen - also nach dem Streik - wieder planmäßig läuft", sagte Stauß. Auch im Güterverkehr wird weiter gestreikt.

Streit über Corona-Prämie

Die Bahn hatte am Wochenende Verhandlungen über eine Corona-Prämie in Aussicht gestellt und zugleich ein Aussetzen des Streiks verlangt. Die GDL besteht allerdings auf einem konkreten, bezifferten neuen Angebot der Bahn. "Wenn sie nichts tut, werden wir die nächste Arbeitskampfmaßnahme ansagen, und die wird, denke ich, länger sein", sagte GDL-Chef Claus Weselsky.

Die Lokführer-Gewerkschaft verlangt eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die geforderte Lohnerhöhung von 3,2 Prozent will die Bahn nicht sofort, sondern in zwei Schritten zahlen: 1,5 Prozent zum 1. Januar 2022 und 1,7 Prozent zum 1. März 2023, bei einer Laufzeit bis Ende Juni 2024.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. August 2021 um 04:55 Uhr.