Wartende am Berliner Hauptbahnhof | EPA

Deutsche Bahn Streik legt Personenverkehr weitgehend lahm

Stand: 11.08.2021 15:30 Uhr

Der Streik der GDL sorgt bundesweit für Zugausfälle und Verspätungen. Nach Angaben der Bahn konnten die Ersatzfahrpläne jedoch "stabil" umgesetzt werden. Kommende Woche soll über weitere Streiks entschieden werden.

Bahnreisende müssen sich bundesweit auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen: Ein Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat begonnen und legte den Personenverkehr der Deutschen Bahn weitgehend lahm. Der Bahn sei es jedoch "trotz der kurzfristigen Ankündigung gelungen, die Ersatzfahrpläne im Fern- und Nahverkehr stabil umzusetzen", teilte ein Sprecher mit.

Weil deutlich weniger Züge führen, gebe es aber starke Beeinträchtigungen für die Fahrgäste. "Die DB kann nicht garantieren, dass alle Reisenden heute wie gewünscht an ihr Ziel kommen", hieß es. Daher bat die Bahn Fahrgäste, Reisen möglichst zu verschieben.

Im Fernverkehr mit ICE, Intercity und Eurocity fährt nach Bahn-Angaben etwa jeder vierte Zug. Im Regional- und S-Bahnverkehr schwanke das Angebot je nach Region stark. "Ein Streikschwerpunkt liegt in den östlichen Bundesländern", erklärte die Bahn. Auf vielen wichtigen Regionalverbindungen wie Berlin-Magdeburg gebe es ein Grundangebot. Bei großen S-Bahnen wie in Berlin und München laufe ein stabiler Ersatzfahrplan.

Bahn kündigt "besondere Kulanzregelungen" an

Die Bahn bat Fahrgäste, nicht zwingend notwendige Reisen zu verschieben. Wegen des Coronavirus rief sie auch zu Rücksichtnahme in den Zügen auf. Zudem kündigte die Bahn wegen des Streiks "besondere Kulanzregelungen" an. Bereits gebuchte Fahrkarten für betroffene Strecken behalten ihre Gültigkeit demnach bis zum 20. August, die Zugbindung entfällt. Auch eine kostenfreie Erstattung der Zugtickets ist möglich. 

Der Ausstand trifft die Fahrgäste mitten in der reisestarken Urlaubszeit: In elf der 16 Bundesländer sind Schulferien. Betroffen sind auch grenzüberschreitende Verbindungen.

GDL will kommende Woche über weitere Streiks beraten

Die Lokführergewerkschaft GDL will die Bahn mit dem zweitägigen Streik zu einem verbesserten Angebot im Tarifstreit bringen. Sie fordert unter anderem Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent sowie eine deutliche Corona-Prämie im laufenden Jahr. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 28 Monate betragen. Auch um Betriebsrenten wird gerungen.

Die Bahn will die Erhöhung auf spätere Stufenzeitpunkte verteilen, bei einer Vertragslaufzeit von 40 Monaten. Hinzu kämen von ihrer Seite Leistungen zur Altersvorsorge und der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Der Streik soll in der Nacht zu Freitag enden. Über weitere Streiks werde die Gewerkschaft in der kommenden Woche entscheiden. An den Verhandlungstisch werde die GDL erst dann zurückkehren, wenn die Bahn ein verbessertes Angebot mache.

Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Sie haben im Regional- und Güterverkehr beträchtliche Marktanteile. Allerdings sind auch bei ihnen Einschränkungen möglich, wenn sich Fahrdienstleiter dem GDL-Streik anschließen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. August 2021 um 08:00 Uhr.

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Moderation 11.08.2021 • 14:17 Uhr

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