Luftaufnahme von abgestellten Neuwagen verschiedener Marken | picture alliance/dpa

Verkaufszahlen eingebrochen Sommerflaute auf dem Automarkt

Stand: 16.09.2021 10:28 Uhr

In den beiden Sommermonaten Juli und August sind deutlich weniger Autos in der Europäischen Union zugelassen worden als im Vorjahr. Damit ist der Aufwärtstrend der Vormonate vorerst gestoppt.

In diesem Sommer hat sich der Automarkt in der Europäischen Union deutlich schwächer als im Vorjahr entwickelt. Prozentual ging es zweistellig nach unten. Im Juni sank der Autoabsatz um 23 Prozent auf 823.949 Pkw, im August waren es mit 622.993 Autos 19 Prozent weniger Fahrzeuge als ein Jahr zuvor. Das teilte der europäische Herstellerverband ACEA in Brüssel mit.

Alle vier großen europäischen Automärkte verbuchten im Juli prozentual zweistellige Rückgänge. Besonders hoch war das Minus in Frankreich mit 35 Prozent, gefolgt von Spanien mit minus 29 Prozent. In Deutschland wurden ein Viertel weniger Autos als im Juli 2020 zugelassen. Im August war der Rückgang der Verkaufszahlen in Spanien (minus 29 Prozent), Italien (minus 27 Prozent) und auch Deutschland (minus 23 Prozent) besonders stark. In den vier Monaten zuvor hatte die Branche durchweg im Plus gelegen. Die Autobranche leidet derzeit unter einem massiven Mangel an Halbleitern und musste daher die Produktion drosseln.

Schwaches Vorjahr

Trotz des deutlichen Rückgangs im Sommer konnten die Autohersteller im bisherigen Jahresverlauf mehr Autos verkaufen als in den ersten acht Monaten des Jahres 2020. Insgesamt 6,81 Millionen zugelassene Autos entsprechen einem Zuwachs von elf Prozent. Allerdings hatte sich der Markt gerade im ersten und zweiten Quartal des vergangenen Jahres auf dem Höhepunkt der ersten Pandemie-Welle extrem schwach entwickelt, so dass die Vergleichsbasis sehr niedrig ist.

Besonders stark fiel im bisherigen Jahresverlauf der Anstieg in Italien mit gut 30 Prozent aus, gefolgt von Frankreich mit knapp 13 Prozent und Spanien mit zwölf Prozent. In Deutschland wurden 2,5 Prozent mehr Autos zugelassen als in den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres.

Von den Herstellern stand in den ersten acht Monaten Volkswagen mit 1,8 Millionen Autos an der Spitze, das entspricht einem Absatzplus von 12,7 Prozent. Stellantis mit Marken wie Peugeot, Fiat oder Opel folgte mit 1,5 Millionen Autos und einem Plus von 14,4 Prozent. Von den übrigen europäischen Automarken schaffte BMW ein Absatzplus von 15 Prozent, Daimler immerhin noch plus 0,6 Prozent. Renault verkaufte dagegen 4,1 Prozent weniger Autos als vor Jahresfrist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Juli 2021 um 13:36 Uhr.