Auszubildende zur Industrieelektrikerin | picture alliance / Rupert Oberh

Duale Berufsausbildung Zahl der Auszubildenden sinkt weiter

Stand: 30.08.2022 12:52 Uhr

Die Zahl neuer Ausbildungsverträge bleibt auch 2021 auf historisch niedrigem Niveau. Die Corona-Krise hatte den Trend weg von der klassischen Ausbildung weiter verschärft.

Auch im vergangenen Jahr ist die Zahl neuer Ausbildungsverträge zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden insgesamt 466.200 neue Verträge in der dualen Berufsausbildung abgeschlossen. Damit lag die Zahl der Neuverträge zwar mit plus 0,6 leicht höher als im ersten Corona-Jahr 2020.

Sie blieb aber noch immer um neun Prozent hinter dem Vorkrisenjahr 2019 zurück. Damals waren mehr als 500.000 Neuverträge verzeichnet worden. Insgesamt befanden sich Ende 2021 deutschlandweit 1.255.400 Personen in einer dualen Berufsausbildung. Das sind drei Prozent weniger als 2020.

Trendverstärker Corona-Krise

Die Corona-Krise hat damit den langfristigen Trend verschärft, dass immer weniger junge Leute die klassische Ausbildung in Betrieb und Berufsschule wählen, schreiben die Statistiker. Seit 2011 ist die Zahl der Auszubildenden um 14 Prozent gesunken, während die Zahl der Menschen im typischen Ausbildungsalter zwischen 15 und 24 Jahren nur um sechs Prozent kleiner wurde. Sie sank auf 7,4 Millionen.

Beliebt bleibt der Einzelhandel

Besonders beliebt bleiben Ausbildungen im Einzelhandel, im Büro und im Kfz-Bereich. Wie schon 2020 machten laut Destatis die meisten Azubis einen Abschluss als Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel (24.300). 22.900 Menschen wurden Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement. 20.100 Auszubildende entschieden sich für einen Beruf als Verkäufer oder Verkäuferin.

Kraftfahrzeugmechatroniker oder Mechatronikerinnen wollten 19.900 Personen werden, Medizinischen Fachangestellte gab es 17.400. Auch 2021 entfiel gut ein Fünftel, also 22 Prozent aller Neuverträge auf diese fünf Ausbildungen.

Rückschlag für die Tourismusbranche

Verschoben hat sich die Situation am Ausbildungsmarkt unter anderem in IT-Berufen wie Fachinformatik. Dieser Beruf konnten einen Zugewinn von fünf Prozent Azubis verzeichnen, E-Commerce-Kaufleute sogar ein Plus von 26 Prozent. Wie zu Beginn der Corona-Krise begonnen auch 2021 wenige junge Menschen eine Kochlehre, dafür stieg die Zahl der Auszubildenden in der Systemgastronomie um 18 Prozent.

Wenig Zuversicht gibt es bei den Tourismuskaufleuten, wo die Zahl der Neuverträge nach dem starken Einbruch von 2020 um 61 Prozent erneut um 26 Prozent nachgegeben hat. Hier gab es 2021 insgesamt nur 460 Neuabschlüsse.