Logo des Autoherstellers Audi | picture alliance / Julian Strate

McLaren im Blick Audi sucht offenbar Weg in die Formel 1

Stand: 16.11.2021 17:35 Uhr

Strebt Audi in die Formel 1? Mehrere Medien berichten über ein konkretes Interesse am britischen Rennstall und Sportwagenhersteller McLaren. Morgen berät offenbar der Audi-Aufsichtsrat über das Thema.

Der Autohersteller Audi zeigt laut verschiedenen Medienberichten Interesse an einem Einstieg in die Formel 1. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, will der Audi-Aufsichtsrat in seiner morgigen Sitzung über das Thema beraten und vor diesem Hintergrund auch eine Kooperation mit dem britischen Sportwagenhersteller McLaren prüfen. Eine Audi-Sprecherin sagte auf Anfrage von tagesschau.de lediglich, man setze sich "im Rahmen strategischer Überlegungen immer mit Kooperationsideen auseinander". In Kürze seien auch keine näheren Informationen von offizieller Seite zu erwarten.

Am Sonntag hatte bereits die "Automobilwoche" über ein Interesse von Audi an McLaren und einem Formel-1-Einstieg berichtet. Am Montag meldete die britische Autozeitung "Autocar" sogar, dass Audi McLaren ein Kaufangebot vorgelegt habe und man sich einig geworden sei. Diese Darstellung wies McLaren entschieden zurück. "Die Technologiestrategie von McLaren beinhaltet seit jeher laufende Diskussionen und die Zusammenarbeit mit relevanten Partnern und Zulieferern, einschließlich anderer Automobilhersteller, jedoch hat sich die Eigentümerstruktur der McLaren Gruppe nicht geändert", hieß es. Ein Audi-Sprecher hatte den Bericht mit der Aussage kommentiert, dass keine Entscheidung gefallen sei.

Audi E-Tron unter einem Audi-Logo | picture alliance/dpa

Audi war bis zu diesem Jahr als Werksteam in der Formel E am Start. Bild: picture alliance/dpa

Audi-Chef hat bereits Erfahrung in der Formel 1

Über einen möglichen Einstieg von Audi in die Königsklasse wird schon länger spekuliert. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass der aktuelle Audi-Chef Markus Duesmann in seiner Zeit bei BMW und Mercedes für die Technik der Formel-1-Teams verantwortlich war und selbst großer Rennsportfan ist.

Für den möglichen Einstieg in die Formel 1 könne nun McLaren für Audi eine Option sein, berichtete das "Handelsblatt" und berief sich dabei auf Konzernkreise. Der britische Rennstall und Sportwagenhersteller ist nach Ferrari das erfolgreichste Team der Formel-1-Geschichte. Bis heute ist McLaren zudem der einzige Konstrukteur, der sowohl beim Großen Preis von Monaco, dem 500-Meilen-Rennen von Indianapolis als auch beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans siegreich war, also bei den drei wahrscheinlich bekanntesten Autorennen der Welt.

Rennställe wie McLaren sind ihrerseits ebenfalls auf Kooperationspartner aus der Autoindustrie angewiesen. Denn sie bringen das Geld mit, um die Entwicklungsarbeit zu finanzieren, die durch das Know-How der Rennställe ergänzt wird. McLaren arbeitete in der Vergangenheit bereits mit Renault und Honda zusammen, seit dieser Saison gibt es eine Kooperation mit Mercedes.

Wie die Kooperation aussehen soll, ist noch unklar

Für eine mögliche Kooperation zwischen Audi und McLaren gäbe es mehrere denkbare Varianten. Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es müsse unter anderem geklärt werden, ob Audi Werksteam werden wolle oder Motorenlieferant des McLaren-Rennstalls. Das "Handelsblatt" wiederum berichtete, dass Audi nicht nur den Rennstall, sondern auch die Sportwagenmarke übernehmen wolle.

Bei Verhandlungen mit McLaren träfe Audi-Chef Duesmann auf alte Bekannte: Der aktuelle McLaren-Teamchef Andreas Seidl arbeitete bis 2009 gemeinsam mit Duesmann im Formel-1-Team von BMW. An der Spitze bei McLaren steht zudem derzeit der frühere VW-Spitzenmanager Michael Macht.

Für Audi wäre die Formel 1 die ideale Bühne

Die aktuellen Spekulationen und Entwicklungen sind vor dem Hintergrund des geplanten Formel-1-Motorenreglement zu sehen, das ab 2026 gelten soll. Da Audi ab 2026 die Entwicklung von Verbrennungsmotoren einstellen und komplett auf E-Mobilität umstellen möchte, könnte die Formel 1 eine hilfreiche Bühne für die VW-Tochter werden. Denn laut den geplanten Regeln sollen dann nur noch Hybridantriebe und E-Fuels zugelassen werden.

In den vergangenen Jahren hatte sich Audi als Werksteam bereits in der Elektroauto-Rennserie Formel E engagiert. Im Spätsommer beendete der Hersteller aber sein dortiges Engagement.