Covid19-Medikament Evusheld von AstraZeneca  | picture alliance / ASSOCIATED PR

Sinkender Vakzin-Verkauf AstraZeneca setzt auf Corona-Medikament

Stand: 10.02.2022 12:42 Uhr

Der Pharmakonzern AstraZeneca rechnet mit sinkenden Verkäufen seines Covid-Impfstoffs Vaxzevria. Dafür sollen die Umsätze mit dem Corona-Antikörper-Cocktail Evusheld deutlich anziehen.

Der Pharmakonzern AstraZeneca erwartet dieses Jahr deutliches Wachstum. Das britisch-schwedische Unternehmen rechnet für 2022 mit einem Umsatzplus zu konstanten Wechselkursen im hohen Zehner-Prozentbereich. Der Umsatz mit Covid-Produkten dürfte allerdings sinken. Dabei dürfte der erwartete Rückgang der Verkäufe des Covid-Impfstoffs Vaxzevria durch steigende Verkäufe des Corona-Antikörpermedikaments Evusheld teilweise ausgeglichen werden.

Eine Ampulle des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca wird in einer Arztpraxis aus einer Packung entnommen. | dpa
Covid-19-Vakzin Vaxzevria

Der Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca ist eines von insgesamt fünf in der Europäischen Union zugelassenen Covid-19-Vakzinen. Seine Akzeptanz schwand aber in der Bevölkerung nach Meldungen seltener Fälle von Thrombosen. In Deutschland empfiehlt ihn die Ständige Impfkommission nur für über 60-Jährige. Die Bundesregierung entschied sich im Sommer, den größten Teil künftiger AstraZeneca Lieferungen an ärmere Länder zu spenden.

Antikörper-Cocktail zur Covid-19-Phrohylaxe

Evusheld erhielt im Dezember 2021 in den USA eine Notfallzulassung für die so genannte Präexpositionsprophylaxe. Das Medikament dient der Vorbeugung von Covid-19 für Personen mit schwerer Immunsuppression, die nicht auf eine Impfung ansprechen. Zudem ist es bei Personen angezeigt, bei denen eine Impfung kontraindiziert ist, die jedoch ein sehr hohes Risiko einer schweren Erkrankung nach einer Covid-Infektion haben.

Einer vom Unternehmen verbreiteten Studie vom Jahresende zufolge wirkt der Antikörpercocktail auch neutralisierend gegen die Omikron-Variante. Diese Studie wurde von Forschern der US-Arzneimittelbehörde FDA durchgeführt und durch Forschungsmittel der US-Regierung unterstützt.

"Durch die Kombination von zwei potenten Antikörpern mit unterschiedlichen und sich ergänzenden Aktivitäten gegen das Virus wurde Evusheld so konzipiert, dass es potenzielle Resistenzen beim Auftreten neuer SARS-CoV-2-Varianten umgeht", erklärte AstraZeneca-Forschungsvorstand Mene Pangalos.

Krebsmittel und Impfstoff als große Umsatztreiber

Im vergangenen Jahr hatte AstraZeneca in erster Linie mit seinem Corona-Impfstoff Vaxzevria und den Krebsmedikamenten Tagrisso, Imfinzi und Lynparza gute Geschäfte gemacht. Der Erlös stieg um 41 Prozent auf rund 37,4 Milliarden Dollar. Dabei machte sich auch die Übernahme des US-Biotechnologieunternehmens Alexion positiv bemerkbar.

Allerdings zehrte die Übernahme deutlich am Gewinn, unterm Strich betrug der Überschuss lediglich 112 Millionen Dollar, nachdem AstraZeneca im Vorjahr noch rund 3,2 Milliarden Dollar erwirtschaftet hatte.

AstraZeneca erhöht Dividende - erstmals seit zehn Jahren

Konzernchef Pascal Soriot zeigte sich auch dank der milliardenschweren Alexion-Übernahme zuversichtlich für das langfristige Wachstum des Konzerns. Die Anleger sollen deshalb künftig mehr Dividende erhalten. Bereits für 2021 soll es 2,87 Dollar je Aktie geben, nach 2,80 Dollar im Vorjahr. Es ist die erste Dividendenanhebung seit zehn Jahren. Danach soll die Ausschüttung auf 2,90 Dollar steigen.

An der Börse kommt das gut an. AstraZeneca-Aktien legen in London um bis zu vier Prozent zu und führten damit zeitweilig den Leitindex FTSE 100 an.

Über dieses Thema berichtete der NDR am 11. Januar 2022 um 20:25 Uhr in "Visite".