Mehrere Packungen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca liegen in einem Kühlschrank. | dpa

Corona-Mutationen AstraZeneca will Impfstoff anpassen

Stand: 11.02.2021 12:32 Uhr

AstraZeneca will seinen Impfstoff an die neuen Virus-Mutationen anpassen. Das Unternehmen strebt nach einer Gewinnverdopplung im Corona-Jahr auch 2021 ein starkes Wachstum an.

Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen will mit einer Anpassung seines Corona-Impfstoffs Schutz vor neuen Varianten des Virus bieten. AstraZeneca wird dafür mit der Universität Oxford zusammenarbeiten, mit der es bereits seinen ersten Corona-Impfstoff gemeinsam entwickelt hatte.

Der Konzern hofft nach eigenen Angaben, die für die Massenproduktion eines an die neuen Mutanten angepassten Corona-Impfstoffs benötigte Zeit auf sechs bis neun Monate zu verkürzen.

mRNA-Impfstoffe haben Nase vorn

Bei dem AstraZeneca-Vakzin handelt es sich um einen so genannten Vektor-Impfstoff. Diese benötigen laut Experten für die Anpassung an neue Virus-Varianten mehr Zeit als die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Pfizer/BioNTech, die auf einem Baukasten-Prinzip beruhen.

Mene Pangalos, Leiter der Forschungsabteilung bei AstraZeneca, sagte gegenüber der "Financial Times", mRNA-Impfstoffe hätten beim Anpassungswettlauf der Pharmakonzerne "wahrscheinlich einen vier- bis sechswöchigen Vorsprung".

AstraZenecas Südafrika-Debakel

Dabei soll sogar der aktuelle Impfstoff von BioNTech/Pfizer sowohl gegen die britische als auch gegen die südafrikanische Mutante effektiv wirken. Entsprechende Daten wurden im Fachblatt "Nature Medicine" veröffentlicht. Auch die US-Firma Moderna meldete für ihren Impfstoff eine hohe Wirksamkeit bei beiden Varianten.

Dagegen steht AstraZeneca unter Druck, hatten die Universitäten von Oxford und Witwatersrand doch erst am Wochenende eine Studie veröffentlicht, wonach das Vakzin nur minimal vor leichten und moderaten Erkrankungen nach einer Infektion mit der in Südafrika vorherrschenden Variante B.1.351 schützt.

AstraZeneca betonte zwar, dass die Studie nicht darauf ausgelegt sei, die Auswirkungen des Vakzins auf schwere Krankheitsverläufe zu ermitteln, die das Hauptziel der Impfkampagnen seien. Dennoch stoppte Südafrika daraufhin seine geplanten AstraZeneca-Impfungen. Am Mittwoch kündigte das Land an, stattdessen mit dem noch nicht zugelassenen Johnson & Johnson-Wirkstoff weiterzumachen.

Unternehmen auf Wachstumskurs

Unterdessen berichtete der britisch-schwedische Pharmakonzern am Donnerstag über ein Gewinnplus von knapp 150 Prozent im Corona-Jahr 2020. Unter dem Strich stand dank gut laufender Geschäfte mit neuen Medikamenten und Krebstherapien ein Gewinn von rund 3,2 Milliarden Dollar; ein Jahr zuvor waren es noch 1,3 Milliarden Dollar gewesen.

"Wir haben im vergangenen Jahr einen deutlichen Schritt vorwärts gemacht", sagte Konzernchef Pascal Soriot laut Mitteilung. Die vereinbarte milliardenschwere Übernahme des US-Wettbewerbers Alexion werde AstraZenecas Entwicklung wissenschaftlich und kommerziell weiter beschleunigen.

Auch im neuen Geschäftsjahr 2021 will AstraZeneca seinen Wachstumskurs beibehalten. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll stärker zulegen auf 4,75 bis 5,00 Dollar je Aktie. In den Prognosen für das laufende Jahr sind Geschäfte mit dem Impfstoff noch nicht enthalten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Februar 2021 um 13:46 Uhr.