Apple Store New York

Bald auf dem Zenit? Apple auf Rekordjagd

Stand: 09.12.2021 12:25 Uhr

Apple ist es in buchstäblich letzter Sekunde gelungen, eine verordnete Lockerung der App-Store-Regeln im Streit mit Epic zu stoppen. Das gab der Aktie Aufwind: Apple könnte bald als erstes Unternehmen drei Billionen Dollar wert sein.

Ein US-Berufungsgericht eine per Gerichtsurteil verordnete Lockerung der App-Store-Regeln gestoppt - gewissermaßen auf den letzten Drücker. Das Gericht folgte der Argumentation von Apple und schob für die Dauer des Verfahrens die Umsetzung der Änderungen auf, die eigentlich heute hätten in Kraft treten sollten.

Im September war das von Apple angegriffene Urteil eines Bezirksgerichts im Prozess zwischen dem Konzern und dem Spieleentwickler Epic Games gefallen. Epic wollte in dem Prozess das Recht erstreiten, auf dem iPhone einen eigenen App-Store betreiben zu dürfen, und scheiterte damit. Das Bezirksgericht hatte Apple aber verpflichtet, auch alternative Bazahlsysteme in der App zuzulassen.

Außerdem entschied die Bezirksrichterin Yvonne Gonzalez Rogers, dass Apple Entwicklern nicht mehr verbieten darf, Nutzer auf Möglichkeiten zum günstigeren Kauf der Artikel außerhalb des App-Stores hinzuweisen.

Apples Argumente finden Gehör

Bislang wurden digitale Güter, beispielsweise virtuelle Artikel in einem Spiel, nur über den App-Store angeboten und damit über Apples hauseigene Bezahlplattform abgewickelt. Dafür müssen Entwickler wie Epic Games, die unter anderem "Fortnite" entwickelt haben, bis zu 30 Prozent ihres Umsatzes an Apple abgeben.

Apple argumentierte, dass der Konzern Spieleentwicklern mit dem App-Store Zugang zu Millionen von Nutzern biete und sie mit Werkzeugen für die Programmierung und einem sicheren Bezahlsystem unterstütze. Außerdem warnte Apple, dass einige Entwickler aus Sicht des Konzerns die Entscheidung der Richterin zu großzügig interpretierten und auch ganze alternative Bezahlabläufe hinter die Links packen wollten. Dadurch könnten böswillige Entwickler Nutzerdaten missbrauchen, während Apple dies nicht verhindern könne, so der Einwand.

Das Berufungsgericht störte sich bei seiner Entscheidung unter anderem an der Feststellung der Bezirksrichterin, dass Apple mit seinen Geschäftspraktiken zwar nicht das Kartellrecht, aber ein kalifornisches Gesetz gegen unfairen Wettbewerb verletzt habe. Apple begrüßte den Aufschub. "Wir befürchten, dass die Änderungen zu neuen Datenschutz- und Sicherheitsrisiken geführt hätten", sagte ein Sprecher.

Bald mehr als drei Billionen wert?

Für Apple ist die Entscheidung ein wichtiger Erfolg: Im App-Store setzte der Konzern im vergangenen Jahr mehr als 72 Milliarden US-Dollar um. Laut Analysten ist er der entscheidende Gewinntreiber für das Unternehmen.

Auch die Anleger reagierten positiv auf die Nachricht des Berufungsgerichtes: Die Aktie gewann gestern erneut 2,3 Prozent und war mit 175,08 Dollar so teuer wie noch nie. Die Papiere des iPhone-Anbieters brauchen nun nur noch einen Anstieg um weitere rund fünf Prozent, um die Marke von drei Billionen Dollar bei der Marktkapitalisierung zu durchbrechen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. August 2021 um 14:20 Uhr.