Apple iPhone 13 Pro

Lieferengpässe Lange Wartezeiten beim neuen iPhone

Stand: 27.09.2021 15:59 Uhr

Apple-Kunden müssen in diesem Herbst länger auf das neue iPhone warten als normalerweise. Grund sind gestörte Lieferketten und die hohe Nachfrage. Bei mehreren Zulieferern gibt es zudem neue Produktionsausfälle.

Die Lieferzeiten der Flaggschiffmodelle von Apples neuem iPhone 13 sind Branchenbeobachtern zufolge derzeit so lang wie seit Jahren nicht mehr. Ein Monat Wartezeit und mehr seien inzwischen üblich, so Analysten von J.P. Morgan und Credit Suisse. In den USA, auf die mehr als ein Drittel der iPhone-Verkäufe entfallen, betrug die Lieferzeit für die neuen Geräte in der zweiten Septemberwoche 19 bis 34 Tage, verglichen mit 7 bis 20 Tagen in der ersten Woche - beides länger als die Wartezeiten für das iPhone 12. Das Einstiegsmodell des iPhone 13 sei dagegen bereits zwei Wochen nach der Bestellung lieferbar.

Auch hierzulande müssen sich die Fans der hochwertigen Geräte etwas gedulden. Wer das iPhone 13 Pro Ende vergangener Woche auf der Apple-Homepage bestellt hat, wird sein Gerät frühestens am 12. Oktober 2021 in den Händen halten. Nach Angaben des kalifornischen Herstellers sollte es aber spätestens am 19. Oktober zu Hause eintreffen.

"Robuste Nachfrage"

Branchenexperten betrachten die Wartezeit bei den neuen Apple-Produkten als Gradmesser für deren Erfolg beim Endkunden. Es gebe eine "robuste Nachfrage" nach den Geräten, sagte der J.P.-Morgan-Analyst Samik Chatterjee der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings seien die Lieferketten weltweit gestört. Dadurch müssten Kunden etwas länger auf ihre Bestellungen warten als gewöhnlich.

Die Apple-Partner Verizon, Vodafone UK und Best Buy erklärten die Verzögerungen mit der hohen Nachfrage. Auch viele Nutzer in den Sozialen Medien machten auf die verspäteten Lieferungen aufmerksam.

Stillstand wegen Strommangels

Mehrere Apple-Zulieferer haben gerade erst Teile ihrer Produktion einstellen müssen. Der Zulieferer Unimicron erklärte am Sonntag, dass er die Produktion wegen Einschränkungen bei der Energieversorgung heruntergefahren hat. In drei seiner Betriebe in China müsse er bis Donnerstag die Bänder still stehen zu lassen. Auch der Konzern Concraft Holding, der unter anderem Teile für iPhone-Kopfhörer herstellt, produziert nichts mehr bis Donnerstag und greift auf Teile aus seinem Lager zurück, um die Nachfrage zu bedienen. Der Apple-Zulieferer Foxconn legt seine Bänder sogar bis Freitag still, wie die Tageszeitung "Nikkei" berichtete. Die Zentralregierung in Peking will den Stromverbrauch in der Volksrepublik in diesem Jahr um drei Prozent reduzieren, um die Klimaziele des Landes zu erreichen.

Zwar beteuern die Hersteller, dass die Auswirkungen begrenzt seien, da die Produktionsausfälle durch eine höhere Produktion in anderen Fabriken ausgeglichen werde. Dennoch treffen die Zwangspausen die Konzerne zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Weltweit herrscht seit Monaten massive Materialknappheit, besonders elektronische Bauteile sind betroffen.