Eine Person geht am Schriftzug des Internetdienstes Google vorbei. | AFP

Umsatz- und Gewinnsprung Google bleibt ein Pandemie-Gewinner

Stand: 28.04.2021 10:48 Uhr

Corona kann Google nichts anhaben, im Gegenteil: Der seit Ausbruch der Pandemie zu beobachtende Technologieschub hat Mutterkonzern Alphabet auch in diesem Jahr zu kräftigen Zuwächsen verholfen.

Die Corona-Pandemie mit weltweit geschlossenen Läden und Ausgangsbeschränkungen hat die Werbeeinnahmen des Google-Mutterkonzerns Alphabet auch im ersten Quartal dieses Jahres kräftig sprudeln lassen. Insgesamt kletterten die Erlöse um 34 Prozent auf 55,3 Milliarden Dollar. Der Schub spiegele die erhöhte Online-Aktivität der Verbraucher wider, sagte Finanzchefin Ruth Porat. Zudem haben viele Einzelhändler ihre Werbung komplett ins Internet verlagert, um ihre Kunden im Lockdown überhaupt zu erreichen.

Bei Google, das nach wie vor einen Großteil des Alphabet-Geschäfts ausmacht, stiegen die Erlöse aus dem Suchmaschinengeschäft um 30 Prozent auf knapp 32 Milliarden Dollar. Die Videoplattform Youtube steuerte gut sechs Milliarden Dollar bei, rund 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Alphabet profitiert davon, dass die Menschen im Lockdown vermehrt im Internet surfen, dort ihr Essen bestellen, einkaufen oder zur Unterhaltung auf YouTube Filme und Videos anschauen oder Musik hören.

Anzeigen direkt verlinkt

Dass Youtube die Einnahmen so stark gesteigert hat, erklären Fachleute auch damit, dass Werbekunden ihre Produkte direkt in den Videos verlinken und die Zuschauer damit leichter zu ihren Onlineshops führen. Das mache die Videoplattform für Werbekunden noch attraktiver.

Auch im margenträchtigen Cloud-Geschäft konnte das Unternehmen seine Einnahmen kräftig steigern, um 46 Prozent auf gut vier Milliarden Dollar. Weil es dem Konzern gelang, gleichzeitig den Anstieg der Kosten zu begrenzen, sprang der Gewinn des Gesamtunternehmens in den ersten drei Monaten von 6,8 auf 17,9 Milliarden Dollar. Das war deutlich mehr als Branchenbeobachter erwartet hatten. Die Anleger honorierten die Zahlen mit einem Kursplus von zeitweise rund vier Prozent im nachbörslichen Handel.

Klage von Epic Games

Angesichts derart gut laufender Geschäfte konnte es sich der Konzern leisten, in den anderen "zukunftsträchtigen" Sparten wie selbstfahrende Autos oder Lieferdrohnen einen Verlust von über einer Milliarde Dollar einzufahren, bei Einnahmen von weniger als 200 Millionen Dollar.

Doch Googles auf Werbeeinnahmen fokussiertes Geschäftsmodell steht zunehmend unter Druck. So wirft der Videospielhersteller Epic Games nicht nur Apple, sondern auch dem Suchmaschinenbetreiber unfaire Wettbewerbspraktiken vor. Beide Unternehmen haben Fortnite aus ihren App-Stores geworfen, weil Epic Games die übliche Vermittlungsgebühr nicht mehr zahlen wollte. Wie dieser Streit ausgeht, ist noch weitgehend offen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. April 2021 um 07:35 Uhr.