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Immobilienmarkt Rekordsumme für Frankfurter Büroturm

Stand: 28.07.2021 14:45 Uhr

Trotz Homeoffice-Trend und steigendem Leerstand hat der Versicherungkonzern Allianz gemeinsam mit einem Partner einen Frankfurter Büroturm im Bau gekauft - für mehr als eine Milliarde Euro.

Ungeachtet der gestiegenen Leerstände bei Büroflächen hat die Allianz-Versicherung in Frankfurt ein Bürohochhaus erworben, das in drei Jahren bezugsfertig sein soll. Für den 233 Meter hohen Turm mit dem Namen "T1" hat der Versicherer gemeinsam mit der Bayerischen Versorgungskammer 1,4 Milliarden gezahlt - so viel wie noch nie für ein einziges Gebäude in Deutschland, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf den Großmakler JLL.

Das Hochhaus wird im Ensemble "Four" mitten im Bankenviertel der Stadt gebaut. Dass nach dem Corona-Schock eine vermehrte Homeoffice-Nutzung viele Büroflächen überflüssig machen könnte, sehen die Investoren nicht als Problem. Das Geschäftszentrum Frankfurts zeichne sich durch eine niedrige Leerstandsquote von 2,8 Prozent und ein begrenztes Büroangebot bis 2024 aus und habe während der Pandemie eine enorme Widerstandsfähigkeit gezeigt, erklärte Nicole Pötsch von Allianz Real Estate. "Dass ein Teil der Mietverträge für das 'Four T1' während der Pandemie unterzeichnet wurde, unterstreicht die Attraktivität des Objekts und seiner Lage."

Zwei Drittel offenbar bereits vermietet

Medienberichten zufolge sind zwei Drittel des Gebäudes bereits vermietet. So hat die DekaBank, die Fondsgesellschaft der Sparkassen, rund 16.000 Quadratmeter in dem Turm gemietet. Das sind zehn Büroetagen und damit 22 Prozent der Gesamtfläche.

Zudem ist bereits bekannt, dass auch die renommierten Anwaltskanzleien Freshfields, Baker McKenzie sowie Allen & Overy in den "T1" umziehen werden. Jüngster Mieter in dem Gebäude ist Boston Consulting. Das Beratungsunternehmen habe 7300 Quadratmeter Bürofläche gemietet, heißt es aus Maklerkreisen.

Versicherer müssen besonders vorsichtig anlegen

Das Hochhaus ist Teil eines aus vier Türmen bestehenden Ensembles in unmittelbarer Nachbarschaft zur Commerzbank, dessen markante Zentrale mit 259 Meter das höchste Bürogebäude Deutschlands ist - noch vor dem 60 Stockwerke und 256,5 Meter hohen Messeturm in Frankfurt, in dem lange Zeit die Deutschland-Zentrale der US-Investmentbank Goldman Sachs ansässig war.

Versicherungen unterliegen bei ihren Kapitalanlagen besonderen Vorschriften. Sie sind gesetzmäßig verpflichtet, jederzeit die Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge sicherstellen zu können. Dazu muss die "Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität" der gesamten Anlage gewährleistet sein, betont die Aufsichtsbehörde BaFin. Das bedeutet, dass die Versicherer die Prämien ihrer Kunden vor allem in Staatsanleihen und Immobilien anlegen, weil die als sicherer gelten als Aktien, die oft hohen Schwankungen unterliegen.