Ein Mann trinkt aus einer Bierflasche. | picture alliance / dpa

Konsum in Deutschland Bald jedes zehnte Bier alkoholfrei

Stand: 23.04.2021 15:54 Uhr

Der Marktanteil alkoholfreier Biere wächst im deutschen Getränkehandel. Der Trend ist für die Brauereien allerdings nur ein kleiner Lichtblick inmitten einer schweren Krise.

Die deutsche Brauereibranche ist vom ausgedehnten Lockdown und der Krise der Gastronomie hart getroffen worden. Einige Brauer müssen Umsatzrückgänge von bis zu 85 Prozent verkraften. Doch ein Segment macht den Betrieben noch Hoffnung: das alkoholfreie Bier.

Auch dort kam es im vergangenen Jahr nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) zu einem Absatzminus von 1,6 Prozent. Damit fiel der Rückgang jedoch deutlich geringer aus als bei den alkoholhaltigen Sorten (5,5 Prozent).

Laut Brauer-Bund sind im Jahr 2010 noch rund 430 Millionen Liter alkoholfreies Bier und Malztrunk produziert worden; zehn Jahre später seien es bereits mehr als 660 Millionen Liter gewesen. Damit lag der Marktanteil bei sieben Prozent. Nach Prognosen des DBB wird die Zehn-Prozent-Marke nun früher als erwartet überschritten.

Starkes Plus bei Mischgetränken

Von den insgesamt fast 7000 Biermarken sind nach Angaben des DBB mehr als 700 alkoholfreie Biere und Biermischgetränke wie Radler. Die Mischgetränke ohne Alkohol verbuchten im vergangenen Jahr ein Absatzplus von mehr als 16 Prozent.

Bei Radler liegt der Marktanteil alkoholfreier Getränke mittlerweile bei 31 Prozent, bei Weißbier sind es 30 Prozent. Beim Pils liegt der Anteil der verkauften alkoholfreien Biere bei rund einem Viertel.

Jeder vierte Betrieb in Existenznot?

Dennoch könne diese Entwicklung "niemals den kompletten Zusammenbruch des Gastronomiegeschäftes kompensieren", so DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele.

Der Verband warnt, jede vierte Brauerei sei mittlerweile in ihrer Existenz gefährdet. “Unternehmen jeder Größe melden massive Umsatzausfälle, Kurzarbeit und Entlassungen”, so der DBB. Im ersten Quartal habe die Branche im Schnitt einen Umsatzrückgang um ein Drittel verbucht.

Über dieses Thema berichtete Bayern 3 am 1. Februar 2021 um 09:00 Uhr.