Flugzeuge der Fluglinie Air France stehen auf dem Rollfeld des Flughafens Roissy-Charles de Gaulle in Paris. | AFP

Rote Zahlen wegen Pandemie EU billigt Hilfen für Air France

Stand: 06.04.2021 11:56 Uhr

Die wegen der Pandemie tief in die roten Zahlen gerutschte Air France bekommt staatliche Finanzhilfen von bis zu vier Milliarden Euro. Das genehmigte die EU-Kommission - unter Bedingungen.

Die EU-Kommission hat staatliche Hilfen für die schwer von der Corona-Krise getroffene französische Fluggesellschaft Air France unter Auflagen gebilligt. Frankreich werde bis zu vier Milliarden Euro zur Stärkung des Eigenkapitals beisteuern und dem Unternehmen helfen, die finanziellen Schwierigkeiten zu bewältigen, erklärte die für den Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

Im Gegenzug muss die Fluggesellschaft bis zu 18 Start- und Landerechte pro Tag am Pariser Flughafen Orly abgeben. Damit könnten Wettbewerber ihre Angebote dort ausbauen, erklärte Vestager. Das sichere "faire Preise" und "eine größere Auswahl für die europäischen Verbraucher".

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire teilte mit, die EU habe damit auch grünes Licht für eine höhere Staatsbeteiligung gegeben. Der Anteil an der Holdinggesellschaft Air France-KLM kann demnach von derzeit 14,3 Prozent auf knapp 30 Prozent steigen. Dabei werden drei Milliarden Euro, die Air France im vergangenen Jahr als Darlehen vom Staat bekommen hat, nun in Eigenkapital der Holdinggesellschaft umgewandelt.

Separate Verhandlungen mit KLM

Die niederländische Fluggesellschaft KLM werde von der Beihilfe nicht profitieren, erklärte die Kommission. Laut niederländischer Regierung laufen hier separate Verhandlungen mit Brüssel über eine Kapitalhilfe.

Air France hatte 2020 einen Verlust von 7,1 Milliarden Euro gemacht. Im ersten Quartal 2021 häufte die Airline zusammen mit ihrem Partenerunternehmen KLM ein Minus von 1,3 Milliarden Euro an. Konzernchef Benjamin Smith erklärte, die staatliche Finanzhilfe aus Paris sorge für eine "größere Stabilität, um loszulegen, wenn der Aufschwung beginnt". 

Die EU-Kommission hatte wegen der Corona-Krise die Regeln für Staatsbeihilfen im März vergangenen Jahres deutlich gelockert. Im Mai verschärfte sie allerdings die Bedingungen für den direkten Einstieg des Staates bei Firmen.

Verbot der Zahlung von Dividenden

Wie bei der Lufthansa gilt für Air France nun ein Verbot der Zahlung von Dividenden und Beschränkungen bei der Übernahme von Wettbewerbern.

Auf Kritik stößt die staatliche Unterstützung beim irischen Billigflieger Ryanair. Er geht bereits rechtlich gegen die Lufthansa-Rettung und frühere Air-France-Hilfen sowie gegen ähnliche Unterstützungsaktionen in Spanien, den Niederlanden, Dänemark und Portugal vor.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. April 2021 um 11:00 Uhr.