Airbus-Fertigung in Toulouse (Archivbild) | dpa

Zulieferer informiert Airbus will Produktion ausweiten

Stand: 27.05.2021 12:15 Uhr

Der Airbus-Konzern rechnet damit, dass er in den kommenden Jahren wieder so viele Flugzeuge bauen wird wie vor der Pandemie. Das sind auch für seine Zulieferer gute Nachrichten.

Der Flugzeugbauer Airbus bereitet seine Zulieferer darauf vor, dass er in Zukunft deutlich mehr Jets bauen will als bisher. "Airbus geht weiterhin davon aus, dass sich der Markt für Verkehrsflugzeuge zwischen 2023 und 2025 wieder auf das Niveau von vor Covid-19 erholen wird, angeführt vom Single-Aisle-Segment", teilte der Luftfahrtkonzern mit Sitz in Toulouse am Donnerstag mit. Bei Single-Aisle-Flugzeugen handelt sich um Maschinen mit nur einem Kabinengang. Entsprechend seien die Zulieferer über die Planungen für die Flugzeugproduktion informiert worden.

Im laufenden Jahr werden sich die Pläne noch nicht so stark auswirken. Bis Ende des Jahres will Airbus 45 Einheiten der A320-Familie im Monat produzieren. Die Zahl soll sich bis zum zweiten Quartal 2023 auf 64 Flugzeuge erhöhen. Bis Anfang 2024 sei ein Szenario von 70 Einheiten pro Monat denkbar. Ein Jahr später könnten es bereits 75 A320 im Monat sein. Vor dem Ausbruch der Pandemie hatte Airbus 60 Maschinen des Typs im Monat produziert. Mit den Modellen können je nach Ausgestaltung 107 bis 236 Passagiere befördert werden.

Auch für die kleinere A220-Familie sind deutliche Steigerungen in der Zukunft denkbar. Nach derzeit fünf sollen Anfang kommenden Jahres sechs Maschinen im Monat hergestellt werden. Bis zum Mitte des Jahrzehnts strebt Airbus ein Plus auf 14 Maschinen an. Die unterschiedlichen A220-Modelle bieten Platz für 108 bis 160 Passagiere.

Wenig Bewegung bei A330 und A350

Bei den größeren Flugzeugmodellen sind keine größeren Änderungen geplant. Der A330 soll unverändert bei zwei Maschinen im Monat bleiben. Bei A350 ist ein Steigerung von derzeit fünf auf sechs Einheiten pro Monat bis zum Herbst 2022 geplant.

"Die Botschaft an unsere Zulieferer gibt dem gesamten industriellen System die Möglichkeit, die notwendigen Fähigkeiten zu sichern und bereit zu sein, wenn die Marktbedingungen es erfordern", betonte Airbus-Chef Guillaume Faury.

Airbus hatte vor wenigen Wochen erklärt, den Bau einer neuen Linie zur Endmontage für die A320-Familie wieder aufzunehmen. In dem bisherigen A380-Werk in Toulouse soll ab Ende 2022 auch die Langversion Airbus A321 gefertigt werden.

Die ehrgeizigen Pläne ließen Airbus-Aktien in Paris um bis zu 6,8 Prozent steigen. Die Analysten von Berenberg schrieben am Donnerstag von "knackigen Produktionsplänen". Auch die Papiere von Zulieferern zogen an: MTU Aero Engines aus dem DAX legten 2,5 Prozent zu.