Ein Flugzeug steigt über einem Airbus-Gebäude in Toulouse in die Luft. | Airbus

Corona-Krise der Luftfahrt Airbus macht Milliardenverlust

Stand: 18.02.2021 11:24 Uhr

Der Einbruch des Flugverkehrs hinterlässt tiefe Spuren beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus: Der Umsatz bricht ein, unter dem Strich steht ein Milliardenverlust.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte der aktuell vor Boeing liegende weltgrößte Flugzeugbauer Airbus einen Milliardenverlust. Unter dem Strich beträgt das Minus im Corona-Jahr 2020 insgesamt 1,13 Milliarden Euro.

Corona-bedingte Sonderbelastungen sowie milliardenschwere Rückstellungen für den geplanten Abbau von mindestens 15.000 der insgesamt rund 134.000 Stellen belasten das Ergebnis schwer. Der Umsatz brach im Gesamtjahr um 29 Prozent auf 49,9 Milliarden Euro ein.

Airbus-Chef Faury mit Flugzeug-Modell

Airbus-Chef Guillaume Faury mit Flugzeug-Modell

Auftragseingang bricht ein

Hintergrund ist die Krise des Luftverkehrs, die auch an den Flugzeugbauern nicht spurlos vorübergehen kann. Der Auftragseingang knickte um 59 Prozent auf 33,3 Milliarden Euro ein. Die Fluggesellschaften bestellten lediglich 268 Verkehrsflugzeuge. Im Vorjahr waren es rund 500 mehr.        

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr pessimistisch zur Zukunft der Branche geäußert. Sollte es sich bewahrheiten, dass künftig weniger Flugreisen getätigt würden, wäre der Bedarf an Fliegern auch geringer.

Vorsprung zu Boeing bleibt

Indes dürfte das Airbus-Management zufrieden darüber sein, dass der deutsch-französische Konzern, trotz eines Rückgangs der Flugzeug-Auslieferungen um mehr als ein Drittel auf 566 Maschinen, den Vorsprung vor dem Rivalen Boeing hält.

Das bereinigte operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach um drei Viertel auf 1,71 Milliarden Euro ein. Die Rüstungssparte büßte rund vier Prozent Umsatz ein, während das Hubschrauber-Geschäft sogar Wachstum verzeichnete.

Für 2021 peilt Airbus-Chef Guillaume Faury die Auslieferung von ähnlich vielen Flugzeugen wie 2020 an. Das bereinigte operative Ergebnis soll auf rund zwei Milliarden Euro steigen.

Kritik an Zielen des Konzerns

JPMorgan-Analyst David Perry äußerte die Einschätzung, Airbus habe solide abgeschnitten. Die Ziele für 2021 lägen unter den Markterwartungen und erschienen sehr konservativ. Das moniert auch Goldman-Sachs-Luftfahrtexperte Chris Hallam. Er kritisierte die Ziele des Konzerns als unambitioniert.

Da Anleger ihre Kaufentscheidungen insbesondere von der Prognose der künftigen Unternehmensentwicklung abhängig machen, reagieren sie mit Verkäufen auf den Ausblick: Die Aktie büßt mehr als drei Prozent ein.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 18. Februar 2021 um 07:15 Uhr.