Airbus-Fertigung in Hamburg-Finkenwerder | dapd

Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus und IG Metall einigen sich

Stand: 01.02.2022 14:45 Uhr

Der Flugzeugbauer Airbus und die IG Metall haben sich nach langem Streit auf ein Paket zur Beschäftigungssicherung an den deutschen Standorten geeinigt. Bis Ende 2030 soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Der seit Monaten schwelende Tarifkonflikt um den Umbau der zivilen Flugzeugfertigung bei Airbus ist beendet. Der Luftfahrtkonzern und die IG Metall haben sich auf den Erhalt und die Weiterentwicklung der deutschen Standorte bis Ende 2030 verständigt. Bis dahin sind auch betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Vorangegangen waren rund zehnmonatige Auseinandersetzungen mit zahlreichen Warnstreiks und sieben Verhandlungsrunden.

Neue Konzerntochter für Flugzeugmontage

Airbus kann nun seinen ursprünglichen Plan umsetzen, die Montage von Flugzeugrümpfen und -strukturen auch in Deutschland in einem Tochterunternehmen zusammenzufassen. Die noch namenlose Tochter, intern "ASA" genannt, wird rund 12.000 Beschäftigte haben und soll ihren Hauptsitz in Hamburg haben. Sie umfasst Teile des größten deutschen Airbus-Standorts Hamburg, das Airbus-Werk Stade sowie die Airbus-Tochter Premium Aerotec (PAG) mit den Standorten Bremen und Nordenham. In Frankreich war eine vergleichbare Struktur mit der neuen Tochter Airbus Atlantic am Jahresanfang umgesetzt worden.

Strittig war auch ein Verkauf der PAG-Werke in Varel und Augsburg. In dieser Frage einigten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite darauf, dass über das Übernahmeangebot der Muhr und Bender KG (Mubea) bis Ende März verhandelt werden soll. Scheitert ein Verkauf, sollen die Standorte bis 2025 ebenfalls in die neue Tochter integriert werden.

"Fairer Kompromiss"

IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich lobte das Ergebnis als "fairen Kompromiss" und "Win-Win-Situation" für alle Beteiligten. Lars Immisch, der Airbus-Personalchef für Deutschland, sprach von einem "guten Ergebnis". Es stärke den Konzern und den Standort Deutschland und schaffe Perspektiven für Beschäftigte. Die Umbaupläne des Konzerns hatten in der Airbus-Belegschaft für erhebliche Unruhe gesorgt.

Airbus erhofft sich von der Bündelung der Einzelteilfertigung eine bessere Fokussierung und Steuerung. Dem Bereich komme eine zentrale Rolle bei der in den kommenden Jahren geplanten starken Steigerung der Produktionszahlen und dem Bau emissionsfreier neuer Flugzeuggenerationen zu, erklärte der Konzern.