Ein Airbus der Fluggesellschaft Air Asia auf dem Flughafen von Kuala Lumpur | REUTERS

Corona-Pandemie in Asien Geschlossene Grenzen belasten Airbus

Stand: 11.10.2021 08:59 Uhr

Viele asiatische Staaten setzen im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf geschlossene Grenzen. Das bedeutet weniger Flüge - und damit auch weniger Aufträge für Flugzeugbauer Airbus.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Der Asien-Pazifikraum war bis zum Beginn der Covid19-Pandemie der Wachstumsmarkt schlechthin für die internationale Luftfahrt. Davon profitierte unter anderem der europäische Flugzeughersteller Airbus. Nun aber warnt der DAX-Konzern: Die de facto noch immer geschlossenen Grenzen vieler asiatischer Staaten sorgten dafür, dass die bisher boomenden Fluggesellschaften in der Region viel weniger neue Airbus-Maschinen brauchen als bisher gedacht. Das sei besorgniserregend, sagte der deutsche Verkaufsschef von Airbus, Christian Scherer, der Hongkonger Tageszeitung "South China Morning Post".

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Verzögerungen bis in die 30er-Jahre

Die malaysische Niedrig-Kosten-Fluggesellschaft Air Asia zum Beispiel hat bei Airbus mehr als 350 Maschinen vom Typ A321 bestellt. Wegen der überwiegend geschlossenen Grenzen in der Region hat Air Asia Airbus nun gebeten, die Auslieferung der neuen Maschinen teils bis Mitte der 2030er-Jahre hinauszuzögern. Um den milliardenschwereren Auftrag nicht ganz zu verlieren, stimmte Airbus dem Kompromiss zu.

Zahlreiche Länder in der Asien-Pazifik-Region versuchen, ihre Covid-19-Zahlen niedrig zu halten, indem sie Einreisen aus dem Ausland extrem schwierig machen oder ganz verbieten; zum Beispiel China, Japan, Südkorea, Taiwan, die Philippinen und Vietnam. Entsprechend erholt sich der innerasiatische Flugverkehr weiterhin nicht.

Airbus-Verkaufschef Christian Scherer | REUTERS

Airbus-Verkaufschef Christian Scherer blickt besorgt auf den asiatischen Markt. Bild: REUTERS

Öffnungen in Sicht

Scherer kritisierte in der "South China Morning Post" die Null-Covid-Strategie vieler Regierungen in Asien. Eine Öffnung der Grenzen für Corona-Geimpfte zeige bisher keine dramatischen Auswirkungen für die Gesundheit der Menschen und helfe beim wirtschaftlichen Aufschwung.

Einige Staaten in der Region wie Singapur, Australien, Malaysia und Neuseeland haben angekündigt, ihre Einreiseregeln zu lockern.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Oktober 2021 um 12:41 Uhr.