Adidas-Chef Kasper Rorsted | picture alliance / SvenSimon

Schwächelnde US-Tochter Adidas stellt Reebok zum Verkauf

Stand: 16.02.2021 16:20 Uhr

Adidas will sich von seiner schwächelnden US-Marke Reebok trennen und sich in Zukunft darauf konzentrieren, die führende Position seiner eigenen Marke am weltweiten Sportartikelmarkt zu stärken.

Nun ist es offiziell: Der Sportartikelhersteller Adidas hat den Verkauf seiner schwächelnden US-Tochter Reebok angekündigt. Adidas habe beschlossen, einen formalen Prozess einzuleiten, der auf die Veräußerung von Reebok abziele, teilte das Unternehmen in Herzogenaurach mit. Reebok und Adidas könnten ihr Wachstumspotenzial unabhängig voneinander deutlich besser ausschöpfen.

"Wir werden in den kommenden Monaten mit Hochdruck daran arbeiten, eine erfolgreiche Zukunft für die Marke Reebok und das Team dahinter zu gewährleisten", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted in einer Mitteilung. Die langfristigen Wachstumschancen in der Sportartikelbranche seien sehr attraktiv, insbesondere für "ikonische Marken".

Verkauf von Reebok könnte eine Milliarde Euro einbringen

Dementsprechend werde Adidas Reebok ab dem ersten Quartal 2021 als aufgegebenen Geschäftsbereich ausweisen. Weitere Details zur strategischen Ausrichtung von Adidas bis 2025 will der Konzern am 10. März 2021 auf einem virtuellen Investoren- und Medientag bekannt geben.

Adidas hatte Reebok im Jahr 2006 für 3,1 Milliarden Euro gekauft - auch, um gegenüber dem Konkurrenten Nike Boden gut zu machen. Doch Reebok blieb unter den Erwartungen und gilt als der teuerste Fehlgriff in der Geschichte des Drei-Streifen-Konzerns. Schon kurz nach seinem Amtsantritt 2016 hatte Rorsted verkündet: "Es ist klar, dass Reebok sich deutlich verbessern muss."

Über die Trennung von Reebok wurde bereits seit langem spekuliert. Im November letzten Jahres schrieb die "Financial Times", dass die Finanzinvestoren Permira und Triton ein Angebot für die US-Tochter von Adidas erwogen hätten. Finanzkreisen zufolge hat der Konzern nun die Investmentbank JPMorgan damit beauftragt, den Verkauf zu organisieren. Reebok könne rund eine Milliarde Euro einbringen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2020 um 17:25 Uhr.