Handwerker bei der Arbeit | Bildquelle: picture alliance / Jan Woitas/dp

Rekord bei offenen Stellen Arbeitskräfte dringend gesucht

Stand: 06.11.2018 20:18 Uhr

Noch nie war die Zahl der offenen Stellen so hoch wie aktuell: Etwa 1,24 Millionen Jobs kann die Wirtschaft derzeit nicht besetzen. Die Regierung will dem Problem mit Fachkräftestrategie begegnen.

Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland hat einen neuen Rekordstand erreicht. Im dritten Quartal 2018 gab es nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bundesweit rund 1,24 Millionen unbesetzte Jobs. Das waren rund 140.000 offene Stellen mehr als im Vorjahreszeitraum und etwa 23.000 mehr im Vergleich zum zweiten Quartal 2018.

In Westdeutschland waren zuletzt rund 950.000 Stellen zu vergeben, in Ostdeutschland rund 290.000. Auffällig sei die stark gestiegene Personalnachfrage im verarbeitenden Gewerbe - also in Wirtschaftsbereichen, die Güter und Waren in Fabriken und Anlagen produzieren oder verarbeiten. Innerhalb eines Jahres habe sich die Zahl der offenen Stellen hier um fast ein Drittel erhöht.

Wirtschaft fordert Unterstützung von der Politik

Der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) forderte die Bundesregierung angesichts des Fachkräftemangels zum Handeln auf. "Statt durch erhöhtes Elterngeld und Brückenteilzeit die Fachkräfte zu animieren, ihre Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren oder zeitweilig ganz aus dem Arbeitsprozess auszusteigen, muss der Staat für eine ausreichende Zahl von Kita- und Pflegeplätzen sorgen", schlug VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann vor: "Nur so lassen sich tatsächlich Arbeit und Beruf miteinander vereinbaren."

Regierung reagiert mit Fachkräftestrategie

Die Bundesregierung will dem Mangel mit einer Fachkräftestrategie begegnen: Das Konzept zeige Wege auf, wie die inländischen, europäischen und internationalen Fachkräfte- und Beschäftigungspotenziale besser erschlossen werden sollen, teilten die federführenden Ministerien mit. "Der Fokus in der Umsetzung der Fachkräftestrategie liegt dabei auf den inländischen Potenzialen", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Gefragt sei eine neue Kultur der Weiterbildung, gefördert von einer qualifizierten Zuwanderung. Konkret gelte es, alle Erwerbstätigen dabei zu unterstützen, ihre Qualifikationen und Kompetenzen im Wandel der Arbeitswelt zu erhalten und anzupassen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. November 2018 um 20:00 Uhr, 21:00 Uhr und 23:00 Uhr in den Nachrichten.

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