UFO-Plakette auf einer Streik-Weste

Tarifkonflikt UFO lockt Lufthansa mit Streik-Verzicht

Stand: 03.07.2019 14:26 Uhr

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO bietet der Lufthansa an, für vier Wochen auf Streiks zu verzichten - unter Bedingungen. Der Konzern reagierte kühl.

Im Konflikt mit der Lufthansa ist die Flugbegleitergewerkschaft UFO einen Schritt auf das Unternehmen zugegangen. UFO bot Lufthansa eine vierwöchige Friedenspflicht an, während der es keine Urabstimmung über Streiks geben solle. Das Unternehmen müsse lediglich zustimmen, die zuletzt von Lufthansa angezweifelte Rolle der Gewerkschaft als Tarifpartner in vertraulichen Gesprächen zu klären.

Sollte Lufthansa bis kommenden Mittwoch den Vorschlag nicht annehmen, werde man kurz danach die Urabstimmung über Streiks bei den Töchtern Eurowings und Germanwings einleiten, sagte ein UFO-Sprecher. Wenig später sollten die UFO-Mitglieder dann auch über Ausstände bei Lufthansa abstimmen. "Das Forderungspaket für Lufthansa steht und muss nur noch durch eine interne Abstimmung."

Lufthansa geht nicht auf Angebot ein

Der Konzern reagierte kühl: Streiks könne es derzeit ohnehin nicht geben, da es weder offene Tarifverträge noch Forderungen gebe, so ein Sprecher. "Damit besteht sowieso die Friedenspflicht."

UFO-Vertreter Flohr erwiderte: "Wenn wir uns nicht sehr sicher wären, dass wir rechtmäßig streiken könnten, hätten wir die Ankündigungen nicht gemacht." Lufthansa spiele "Russisch Roulette" mit ihren Passagieren. "Statt sich vertraulich und ohne irgendeine Vorfestlegung mit UFO an einen Tisch zu setzen und die gegensätzlichen Rechtsauffassungen zu prüfen, forciert sie Arbeitskämpfe."

UFO hatte Mitte Juni mit Streiks des Kabinenpersonals in der Ferienreisezeit gedroht. Hintergrund ist ein seit Monaten währender Konflikt: UFO hatte Tarifverträge mit der Lufthansa bereits im März gekündigt, das Unternehmen hat diese Kündigungen jedoch nicht anerkannt. Lufthansa hatte zuletzt auf die aus Sicht des Unternehmens unklare Lage bei der Gewerkschaft verwiesen. "Derzeit ist für uns nicht erkennbar, wann und wie UFO ihrer Rolle als berechenbarer, konstruktiver Tarifpartner wieder gerecht werden kann. Daher finden aktuell keine Gespräche statt", hatte das Unternehmen erklärt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Juli 2019 um 14:15 Uhr.

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