Twitter-Logo | Bildquelle: AFP

Debatte vor US-Wahl Twitter stoppt politische Werbung

Stand: 31.10.2019 10:31 Uhr

Soziale Netzwerke spielen in Wahlkämpfen eine immer größere Rolle. Anders als Facebook will Twitter aber keine politische Werbung mehr erlauben. Das gelte weltweit, sagte Firmenchef Dorsey.

Twitter verbreitet weltweit keine politischen Inhalte mehr als Werbung. Ab dem 22. November werden bezahlte Anzeigen für politische Kandidaten oder Themen auf der Plattform weltweit nicht mehr erlaubt, kündigte Unternehmenschef Jack Dorsey an. "Wir glauben, dass Reichweite für politische Botschaften verdient werden muss, statt erkauft zu werden", schrieb Dorsey in dem Kurznachrichtendienst. Werbung bei Twitter sind zum Beispiel Tweets, die gegen Bezahlung im Nachrichtenstrom von Nutzern platziert werden können, auch wenn sie dem Account nicht folgen.

Debatte vor Präsidentenwahl

Die Debatte über politische Werbung kommt in den USA aufgrund der näherrückenden Präsidentenwahl 2020 immer mehr in Gang. Twitter geht damit einen anderen Weg als Facebook. In den vergangenen Wochen war Facebook in den USA in die Kritik geraten, weil das Online-Netzwerk Anzeigen mit politischen Inhalten grundsätzlich nicht von den Faktencheck-Partnern prüfen lässt.

Twitter-Mitgründer Jack Dorsey wird in New York interviewt. | Bildquelle: AP
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Twitter würde sich unglaubwürdig machen, begründet Mitgründer Dorsey die Entscheidung.

Außerdem beschloss Facebook, nichts zu unternehmen, wenn Politiker falsche oder irreführende Informationen verbreiten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hält zugleich an der Möglichkeit, politische Werbung zu schalten, ausdrücklich fest, auch wenn sie für Facebook keine große Rolle als Einnahmequelle spiele.

Dorsey kritisierte indirekt die Facebook-Position. Twitter würde sich unglaubwürdig machen, wenn die Firma einerseits sagen würde, man unternehme alles, um die Verbreitung irreführender Informationen einzudämmen, aber zugleich sie gegen Bezahlung verbreiten ließe.

Trump-Wahlkampfteam kritisiert Pläne

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump sieht den Vorstoß von Twitter als einen weiteren Versuch, konservative Stimmen zu unterdrücken. Trump kommuniziert häufig politische Inhalte über den Kurznachrichtendienst.

Die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez hingegen lobte die "ethische Entscheidung" des Kurznachrichtendienstes.

Twitter stoppt Werbung mit politischen Inhalten
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
31.10.2019 14:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. Oktober 2019 um 06:04 Uhr.

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