Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: dpa

Handelsstreit mit USA Türkei erhöht Zölle auf US-Produkte

Stand: 15.08.2018 07:27 Uhr

Im Handelsstreit mit den USA hat die Türkei Einfuhrzölle auf bestimmte US-Produkte erhöht - um bis zu 140 Prozent. Zuvor hatte Präsident Erdogan einen Boykott von US-Elektronikprodukten angekündigt.

Die Türkei hat die Zölle auf bestimmte Einfuhren aus den USA drastisch erhöht. Darunter seien Autos, Alkoholika und Tabak, berichtete das offizielle Amtsblatt. Für Pkw werde nach einem von Präsident Recep Tayyip Erdogan unterzeichneten Dekret der Zoll um 120 Prozent angehoben, bei alkoholischen Getränken seien es 140 und bei Tabak 60 Prozent. Auch für andere Waren gelten künftig höhere Zölle, darunter für Kosmetika, Reis und Kohle.

Vize-Präsident Fuat Oktay schrieb auf Twitter, die Sonderzölle seien im Prinzip der Gegenseitigkeit zu verstehen - als Vergeltung für die wirtschaftlichen Angriffe der USA auf die Türkei. Die USA hatten vergangene Woche angekündigt, Zölle auf türkischen Stahl und Aluminium zu verdoppeln.

Türkischer Unternehmerverband fordert mehr Dialog im Handelskonflikt mit den USA
tagesthemen 22:15 Uhr, Katharina Willinger, ARD Istanbul

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Boykott von US-Elektronikprodukten angekündigt

Erdogan schlug im Streit mit den USA gestern einen Boykott von US-Elektronikartikeln vor. Wie er den umsetzen will, ist noch unklar.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf den USA vor, ihre Währung und ihre Macht zu missbrauchen. Das treffe nicht nur die Türkei, sondern auch europäische Länder. Diese würden von den USA mit dem Dollar angegriffen. Die Türkei sehe deshalb "das Bestreben, vom Dollar wegzukommen".

Natalie Amiri, ARD Istanbul, kommentiert die Auswirkungen des türkischen Wirtschaftskurses

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Immer tiefere Währungskrise

Die Türkei ist in den vergangenen Tagen immer tiefer in eine Währungskrise gestürzt, die Lira verlor stark an Wert. Ausgelöst wurde die Krise unter anderem von Bedenken wegen der Wirtschaftspolitik der türkischen Regierung sowie dem Streit mit Washington um einen in der Türkei festgehaltenen evangelikalen US-Pfarrer. Türkische Ermittler werfen dem Priester Verbindungen zu dem in den USA lebenden Geistlichen Fethullah Gülen vor, der nach Darstellung der Regierung in Ankara hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren steckt.

Am Montag sicherte die türkische Zentralbank zu, "alle notwendigen Maßnahmen" zur Wahrung der Finanzstabilität zu ergreifen, woraufhin sich der Lira-Kurs etwas erholte. Finanzminister Berat Albayrak will morgen per Telefon-Konferenz mit Investoren unter anderem aus den USA und Europa sprechen.

Türkei erhöht Einfuhrzölle auf mehrere US-Produkte
Karin Senz, ARD Istanbul
15.08.2018 09:23 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 14. August 2018 um 22:15 Uhr.

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