Hand hält Smartphone mit Kryptowährungtradingapp vor Monitor | picture alliance / Zoonar

Beschluss der Zentralbank Türkei verbietet Zahlung mit Kryptowährungen

Stand: 16.04.2021 15:07 Uhr

Kryptowährungen wie Bitcoin dürften es in der Türkei künftig schwerer haben: Zahlungen in Digitalwährungen sind dort bald verboten. Die Zentralbank begründete das Verbot mit "signifikanten Risiken".

Die türkische Zentralbank verbietet Zahlungen mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Der Handel mit digitalen Währungen und das Bezahlen damit gingen mit "signifikanten Risiken" einher und führe möglicherweise zu "irreparablen" Schäden, erklärte das Institut. Kryptowährungen unterlägen keiner Regulierung und Aufsicht durch eine Notenbank und die Kurse unterlägen hohen Schwankungen.

Zudem hat die Zentralbank Sorge, dass durch Cyberdevisen die Türkische Lira weiter unter Druck gerät. Sie hat in den vergangenen Jahren deutlich an Wert verloren, die Inflation im Land ist hoch. Kryptofans betrachten digitale Anlagen wie Bitcoin oder Ethereum auch als Absicherung gegen Währungsschwäche und Geldentwertung.

Von immer mehr Unternehmen als Zahlungsmittel akzeptiert

Die Neuregelung, die ab dem 30. April gelten soll, verbietet es Zahlungsabwicklern, Transfers in Kryptowährungen vorzunehmen. Betroffen seien direkte und indirekte Zahlungen, schrieb die Zentralbank in ihrem Amtsblatt. Für den Besitz von Digitalwährungen scheint das Verbot dagegen nicht zu gelten.

Zuletzt hatten immer mehr Geschäfte in der Türkei Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptiert, erst vor wenigen Tagen etwa der Autohändler Royal Motors, der Rolls-Royce und Lotus-Fahrzeuge im Land vertreibt. Weltweit sind Apple, Amazon und der Online-Reiseanbieter Expedia schon länger soweit. Auch der Elektroautobauer Tesla nimmt Kryptowährungen beim Bezahlen an.

Ein Bitcoin verbilligte sich um rund drei Prozent auf 61.490 Dollar. Der Kurs war in den vergangenen Monaten von einem Rekord zum nächsten gejagt - viele Experten warnen vor einer Blase. Auch Aktien von Firmen, die mit Krytowährungen zu tun haben, kamen unter Druck.