Blick in einen Basar in Istanbul | Bildquelle: SEDAT SUNA/EPA-EFE/Shutterstock

Corona-Krise Türkische Wirtschaft bricht ein

Stand: 31.08.2020 11:33 Uhr

Hohe Staatsausgaben, niedrige Zinsen und Kreditprogramme sollten der türkischen Wirtschaft in der Corona-Krise helfen - trotzdem verzeichnet sie den stärksten Einbruch seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Corona-Krise hat in der Türkei einen historischen Konjunktureinbruch verursacht. Nach Angaben des türkischen Statistikamts lag die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal elf Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1998.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal fiel die Wirtschaftsleistung um 9,9 Prozent. Dieser Einbruch ist zwar heftig, allerdings nicht so stark wie befürchtet: Analysten hatten im Durchschnitt einen Rückgang um 10,7 Prozent erwartet. Mit diesen Zahlen ist die Türkei aber weniger stark getroffen als andere Schwellenländer.

Das Land leidet unter anderem unter einem Rückgang der Touristenzahlen. Wegen der Reisebeschränkungen kamen deutlich weniger Urlauber als in anderen Jahren.

Lockere Geldpolitik gegen die Krise

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hat Ankara - ähnlich wie andere Länder - mit hohen Staatsausgaben, einer lockeren Geldpolitik und Kreditprogrammen abzumildern versucht. Vor allem die lockere Geldpolitik hat aber dazu geführt, dass die Landeswährung Lira unter Druck steht. Wegen verhältnismäßig niedriger Zinsen und zugleich hoher Inflation liegt der für Investoren maßgebliche Realzins im negativen Bereich. Das sorgt für ein Abebben des ausländischen Kapitalflusses, auf den die Türkei aber angewiesen ist.

Um die Währung attraktiver zu machen, könnte die türkische Zentralbank die Zinsen erhöhen. Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete sich allerdings wiederholt als "Zinsfeind". Trotz der Talfahrt der Lira beließ die Zentralbank ihren Leitzins zuletzt bei 8,25 Prozent. Zuvor hatte sie den Zinssatz in einem fast ein Jahr lang währenden Lockerungszyklus von 24 Prozent auf den aktuellen Satz heruntergeschraubt, um die Konjunktur anzukurbeln.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. August 2020 um 17:00 Uhr.

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