US-Importautos vom Typ Chrysler Jeep stehen auf einem Parkplatz in Guangzhou | Bildquelle: dpa

Handelsstreit Senkt China Zölle für US-Autos?

Stand: 03.12.2018 07:10 Uhr

China kommt den USA im Handelsstreit offenbar entgegen. US-Präsident Trump twitterte, Peking wolle die Zölle auf US-Importautos reduzieren. Davon könnten auch deutsche Hersteller profitieren.

China baut nach Angaben von US-Präsident Donald Trump die Einfuhrzölle für US-Importautos ab. Die Regierung in Peking habe zugesagt, die Abgaben zu "reduzieren und zu entfernen", die derzeit bei 40 Prozent liegen, erklärte Trump über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Wie genau Reduzierung und Abbau ablaufen werden, erläuterte Trump nicht. Von der US-Regierung und den Autoherstellern gibt es bislang keine Reaktion. Es soll am Montag aber ein länger anberaumtes Treffen zwischen Regierungsvertetern und Autoproduzenten geben. Sollte die chinesische Regierung tatsächlich die Tarife deutlich reduzieren, so dürften davon nicht nur US-amerikanische Hersteller profitieren, sondern auch BMW, das in seinem US-Werk in Spartanburg (US-Bundesstaat South Carolina) SUVs der Typen X3-6 produziert und von dort exportiert.

"Unglaubliche Beziehung"

Am Samstag hatten Trump und Chinas Präsident Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires bei einem zweieinhalbstündigen Abendessen eine 90-tägige Pause im Handelsstreit vereinbart. Xi und er hätten eine "unglaubliche Beziehung", die Fortschritte im Handelsstreit ermögliche, sagte Trump bei Tisch.

Die USA wollen während dieser Zeit auf Zollerhöhungen verzichten, China im Gegenzug mehr US-Produkte kaufen. Zudem sollen die Verhandlungen zu Streitfragen wie dem Schutz geistigen Eigentums oder Technologietransfer fortgesetzt werden. Laut chinesischem Außenministerium ist das Ziel der Verhandlungen, alle verhängten Sonderabgaben zu beseitigen.

Die Delegationen von Chinas Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump sitzen sich beim Abendessen in Buenos Aires gegenüber. | Bildquelle: AP
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Die Delegationen von Chinas Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump sitzen sich beim Abendessen in Buenos Aires gegenüber.

Zölle im Wert hunderter Milliarden US-Dollar

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt befinden sich seit Monaten in einem erbitterten Streit über die bilateralen Handelsbeziehungen. Die USA sehen sich durch ein Handelsdefizit mit China benachteiligt und hatten Sonderzölle auf chinesische Waren im Umfang von 250 Milliarden US-Dollar eingeführt.

Peking wiederum erhebt derzeit Einfuhrabgaben auf US-Waren in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar. Trump hatte weitere Zölle im Wert von 267 Milliarden US-Dollar angedroht, um den Druck zu erhöhen. Davon war nach dem Treffen in Buenos Aires keine Rede mehr.

Der IWF geht davon aus, dass das Weltwirtschaftswachstum um 0,75 Prozentpunkte einbrechen würde, wenn alle weltweit angekündigten Zölle in Kraft träten - würden die Beschränkungen hingegen um 15 Prozent reduziert, könne dies zu einem Wachstumssteigerung um einen halben Prozentpunkt führen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Dezember 2018 um 08:00 Uhr.

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