Die Delegationen von Chinas Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump sitzen sich beim Abendessen in Buenos Aires gegenüber. | Bildquelle: AP

Treffen von Trump und Xi "Waffenstillstand" im Handelsstreit

Stand: 02.12.2018 06:30 Uhr

Versöhnliche Töne beim gemeinsamen Abendessen nach dem G20-Gipfel: US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi haben sich im Handelskrieg angenähert. Vorerst gibt es keine neuen Zölle. Nun kommt es auf die kommenden 90 Tage an.

Die Präsidenten der USA und Chinas haben ihr Abendessen am Rande des G20-Gipfels mit einer vorläufigen Einigung im Handelsstreit beendet. Das chinesische Staatsfernsehen CGTN berichtete, nach dem 1. Januar 2019 sollten keine zusätzlichen gegenseitigen Zölle mehr erhoben und die Verhandlungen zwischen beiden Seiten fortgesetzt werden.

Das Weiße Haus bestätigte später, Trump habe eingewilligt, die Zölle auf chinesische Waren innerhalb der nächsten 90 Tage nicht wie geplant zu erhöhen. Zudem wollten beide Seiten in diesem Zeitraum versuchen, eine Einigung in mehreren Handelsfragen zu erzielen.

"Unglaubliche Beziehung"

Vor dem gemeinsamen Abendessen nach dem Ende des Gipfelprogramms in Buenos Aires hatte es von beiden Seiten schon Zeichen der Annäherung gegeben. US-Präsident Donald Trump sprach von einem erstaunlichem und produktivem Treffen mit unbegrenzten Möglichkeiten sowohl für die USA als auch China. Chinas Präsident Xi Jinping und er hätten eine "unglaubliche Beziehung", die Fortschritte im Handelsstreit ermögliche.

Xi und Trump hatten mit kleinen Delegationen fast zweieinhalb Stunden und damit länger als geplant beim Abendessen zusammen gesessen, um Wege auszuloten, das Kriegsbeil zu begraben. Chinas Präsident verwies zu Beginn auf eine gemeinsame Verantwortung der beiden größten Volkswirtschaften in der Welt. "Nur mit Kooperation zwischen uns können wir den Interessen des Weltfriedens und Wohlstands dienen", sagte Xi.

US-Handelsberater Kudlow: "Sehr gutes" Treffen

Trump machte sich nach dem Ende des zweieinhalbstündigen Treffens umgehend auf den Weg zum Flughafen von Buenos Aires. Er wollte noch in der Nacht nach Washington fliegen, um frühzeitig mit den Vorbereitungen für die Trauerfeier des verstorbenen Ex-Präsidenten George Herbert Walker Bush zu beginnen.

Sein Handelsberater Larry Kudlow sagte, das Treffen sei "sehr gut" verlaufen. Ähnliches berichtete auch die Zeitung "South China Morning Post": Am Ende des Gesprächs habe es Applaus der Delegationsmitglieder für die beiden Präsidenten gegeben.

Zölle im Wert hunderter Milliarden US-Dollar

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt befinden sich seit Monaten in einem erbitterten Streit über die gegenseitigen Handelsbeziehungen. Die USA sehen sich durch ein Handelsdefizit mit China benachteiligt und hatten Sonderzölle auf chinesische Waren im Umfang von 250 Milliarden US-Dollar eingeführt.

Peking wiederum erhebt Einfuhrabgaben auf US-Waren in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar. Trump hatte weitere Zölle im Wert von 267 Milliarden US-Dollar angedroht, um den Druck zu erhöhen. Auch wenn er von letzteren nach dem Abendessen in Buenos Aires absieht, dürften die bereits verhängten Zölle vorerst bestehen bleiben.

Annäherung im Handelsstreit
tagesschau 13:15 Uhr, 02.12.2018, Matthias Ebert, ARD Buenos Aires

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Neue Gespräche über strukturelle Probleme

China und die USA vereinbarten neue Gespräche. Diese sollen sich mit "strukturellen Veränderungen" hinsichtlich Technologietransfer, Urheberrechtsschutz, Marktbarrieren, Cyber-Attacken, Dienstleistungen und Landwirtschaft beschäftigen. Laut dem chinesischen Außenministerium sei das Ziel der Verhandlungen, alle verhängten Sonderabgaben zu beseitigen.

Die Einigung dürfte von den Finanzmärkten vorerst mit Erleichterung aufgenommen werden, da der Handelskrieg das Wirtschaftswachstum nicht nur in beiden Ländern, sondern auch im Rest der Welt zu beeinträchtigen drohte. Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte sich beim G20-Gipfel besorgt gezeigt. "Wir alle sind indirekt beeinflusst davon, wenn die chinesisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen nicht so reibungslos laufen", sagte Merkel vor Journalisten.

Der IWF geht davon aus, dass das Weltwirtschaftswachstum um 0,75 Prozentpunkte einbrechen würde, wenn alle weltweit angekündigten Zölle in Kraft träten - würden die Beschränkungen hingegen um 15 Prozent reduziert, könne dies zu einem Wachstumssprung um einen halben Prozentpunkt führen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Dezember 2018 um 03:21 Uhr.

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