US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

Trump kritisiert Fed-Chef "Größeres Problem als China"

Stand: 28.11.2018 06:39 Uhr

US-Präsident Trump hat erneut Notenbankchef Powell harsch kritisiert. In einem Zeitungsinterview sagte, er sei "nicht einmal ein bisschen zufrieden" mit der Zinspolitik. Diese sei ein "viel größeres Problem als China".

US-Präsident Donald Trump hält die Notenbank Fed für eine größere Bedrohung für das amerikanische Wirtschaftswachstum als den Handelsstreit mit China. "Ich denke, die Fed ist ein viel größeres Problem als China", sagte Trump der "Washington Post".

Seine Kritik richtete sich gegen Fed-Chef Jerome Powell, den er im vergangenen Jahr ausgewählt hatte. "Bislang macht mich meine Wahl von Jay noch nicht einmal ein kleines bisschen glücklich", sagte Trump.

US-Notenbankchef Jerome Powell | Bildquelle: REUTERS
galerie

US-Notenbankchef Jerome Powell musste in den vergangenen Monaten mehrfach die Unabhängigkeit der Fed betonen.

Kritik an Zinserhöhungen

Wegen ihrer strafferen Geldpolitik hatte der US-Präsident die Fed in den vergangenen Monaten häufiger kritisiert. Im Oktober sagte Trump, die Notenbank sei "verrückt geworden" und gehe "zu aggressiv" vor. "Ich werfe das niemandem vor, aber ich sage Ihnen, ich denke, dass die Fed mit dem was sie tut, ganz falsch liegt", sagte Trump.

Da die Fed in der derzeitigen Boomphase ihre Ziele weitgehend erreicht hat, erhöht sie nun schrittweise die Zinsen, um die Teuerung in Schach zu halten. Trump fürchtet jedoch um den von mit einer radikalen Steuerreform zusätzlich befeuerten Aufschwung. "Sie begehen einen Fehler, denn ich habe ein Bauchgefühl, und mein Bauchgefühl sagt mir manchmal mehr, als mir das Gehirn eines anderen jemals sagen kann."

Ungewöhnliche Einmischung

Dass sich US-Präsidenten in die Geldpolitik einmischen, gilt eigentlich als tabu - die Notenbank soll unabhängig agieren. Powell hatte dies im September noch einmal betont. "Wir berücksichtigen keine politischen Faktoren", sagte er.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. November 2018 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: