Hochspannungsleitungen sind vor einer Kulisse mit Kühltürmen von Kraftwerken zu sehen | dpa

Weltorganisation für Meteorologie Mehr Treibhausgas als je zuvor

Stand: 25.10.2021 12:19 Uhr

Die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre hat 2020 einen neuen Höchststand erreicht. Auch die Corona-Pandemie konnte den Anstieg nicht stoppen. Die Hoffnungen ruhen nun auf der anstehenden Weltklimakonferenz.

Die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre hat im vergangenen Jahr neue Höchstwerte erreicht. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr sei noch höher ausgefallen als die durchschnittliche Zunahme in den vergangenen zehn Jahren, heißt es in einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Die Erreichung der Klimaschutzziele des Pariser Abkommens sei angesichts dieser Entwicklung erheblich gefährdet, hieß es.

Wirtschaftsabschwung durch Corona ohne Auswirkungen

Die Corona-Pandemie hat dem Bericht zufolge keinen bedeutenden Emissionsrückgang zur Folge. Der Wirtschaftsabschwung durch die Krise habe lediglich vorübergehend die Neuemissionen reduziert, aber "keine erkennbaren Auswirkungen" auf die Menge und die Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre gehabt.

Bei der derzeitigen Geschwindigkeit des Anstiegs der Treibhausgaskonzentrationen werde der Temperaturanstieg am Ende des Jahrhunderts deutlich über den im Pariser Abkommen festgelegten Zielen von 1,5 bis 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegen, erklärte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. "Wir sind noch weit vom Ziel entfernt."

WMO-Chef warnt: "Müssen Lebensweise überdenken"

"Viele Länder setzen sich jetzt Ziele für die Kohlenstoffneutralität, und es ist zu hoffen, dass die Verpflichtungen auf der COP26 drastisch zunehmen werden", erklärte Taalas mit Blick auf die am Sonntag beginnende Weltklimakonferenz in Glasgow. "Wir müssen die Industrie, den Energiesektor, den Verkehr und unsere gesamte Lebensweise neu überdenken."

Bei der COP26 soll über eine Verschärfung der bisherigen internationalen Klimaschutzpläne verhandelt werden. Mehr als 190 Staaten hatten sich 2015 im Pariser Abkommen darauf geeinigt, sich für eine Begrenzung der Klimaerwärmung um 1,5 Grad und maximal um zwei Grad einzusetzen. Die bisher angekündigten Maßnahmen dafür reichen nach UN-Angaben aber nicht aus.

Weltklimakonferenz entscheidend

Die Weltklimakonferenz gilt nun als entscheidend für die Festlegung internationaler Emissionsziele zur Verlangsamung der Erderwärmung. "Die notwendigen Umstellungen sind wirtschaftlich erschwinglich und technisch machbar", erklärte Taalas. "Wir haben keine Zeit zu verlieren."

Das wichtigste durch menschliche Aktivität freigesetzte Treibhausgas ist CO2. Es entsteht vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe sowie bei der Herstellung von Beton. Daneben heizt auch der Ausstoß von Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas) die Oberflächentemperatur merklich an. Die Methan-Emissionen gehen zu 60 Prozent auf menschliche Aktivität und besonders auf die Landwirtschaft zurück. Lachgas wird etwa bei der Verwendung von Kunstdünger freigesetzt.

Über dieses Thema berichtete am 25. Oktober 2021 um 12:00 Uhr tagesschau24 und Deutschlandfunk in den Nachrichten.