Donald Trump auf der Titelseite eines chinesischen Magazins | Bildquelle: AFP

Aus für TPP Trumps Geschenk für Chinas Führung

Stand: 22.11.2016 14:58 Uhr

Niemand dürfte sich mehr über das von Donald Trump angekündigte Aus für das Transpazifische Freihandelsabkommen TPP freuen als die Führung in Peking. Denn TPP war gegen die wachsende Macht Chinas gerichtet. Jetzt könnte Peking die Regie übernehmen.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

China wäre ausdrücklich nicht beim von den USA dominierten TPP-Abkommen dabei gewesen - im Gegenteil: Die US-Regierung unter Barack Obama wollte dem wirtschaftlich immer mächtiger werdenden China mit TPP etwas entgegenstellen. Entsprechend ist der angekündigte Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Transpazifischen Handelsabkommen eine äußerst gute Nachricht für die Staatsführung in Peking. Denn sie weiß: Ohne Beteiligung der USA ist TPP tot.

Offiziell zeigt man die Genugtuung natürlich nicht. Stattdessen versteckt man sich wie in China üblich hinter höflich klingenden Floskeln. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, China stehe allen Abkommen offen, die den Handel in der Asien-Pazifik-Region voranbringen - so lange sie niemanden ausschlössen und nicht politisch aufgeladen seien.

Kein Aus für die Zollschranken

Wäre das TPP-Abkommen zustandegekommen, hätten elf Staaten in Asien, Ozeanien sowie Nord- und Südamerika einen Wirtschaftspakt geschlossen, bei dem fast alle Zoll- und Importhemmnisse gefallen wären. Rund 800 Millionen Menschen wären betroffen gewesen. Das sind zwar immer noch deutlich weniger als die 1,4 Milliarden Chinesen, aber dennoch eine gewichtige Zahl.

China dürfte nun versuchen, statt TPP das konkurrierende Handelsabkommen RCEP voranzubringen. Es soll 16 asiatische Staaten umfassen, und China wäre hier im Gegensatz zu TPP dabei.

Dieser Beitrag lief am 22. November 2016 um 14:30 Uhr auf Inforadio.

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