Schriftzug Thyssenkrupp | Bildquelle: FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX/Shu

Krise bei Industrieunternehmen Thyssenkrupp will sich aufspalten

Stand: 27.09.2018 18:32 Uhr

Der Industriekonzern Thyssenkrupp soll in zwei eigenständige Unternehmen aufgespalten werden. Das will der Vorstand dem Aufsichtsrat vorschlagen. Die Gewerkschaft weiß er dabei hinter sich.

Nach einer monatelangen Führungskrise wird der Essener Thyssenkrupp-Konzern grundlegend umgebaut und dabei in zwei eigenständige Unternehmen aufgespalten. Dies kündigte die Führung an. Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat das entsprechende Konzept auf einer Sitzung am Sonntag vorschlagen. Ziel sei es, "zwei deutlich fokussiertere und leistungsfähigere Unternehmen" zu schaffen, hieß es. Beide sollen an der Börse notiert sein.

Stahlwerker bei der Arbeit bei ThyssenKrupp aus Duisburg | Bildquelle: REUTERS
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Der Stahl- und Mischkonzern steckt seit langem in der Krise.

Gewerkschaft unterstützt Pläne

Die Arbeitnehmervertreter von Thyssenkrupp haben dem Vorstand Rückendeckung für die angestrebte Aufspaltung des Konzerns gegeben. "Die Arbeitnehmervertreter stehen hinter den Plänen des Vorstands", sagte IG-Metall-Sekretär Markus Grolms. "Damit wird eine Zerschlagung von Thyssenkrupp verhindert. Einen Ausverkauf von Geschäften wird es nicht geben", fügte der stellvertretende Chef des Aufsichtsrats hinzu.

Kerkhoff: Kein zusätzlicher Personabbau

Thyssenkrupp-Interimschef Guido Kerkhoff kündigte an, dass beide Unternehmen ihren Sitz in Essen haben sollen. Einen zusätzlichen Personalabbau über die bereits bekannten Kürzungen in der Verwaltung hinaus werde es nicht geben, versicherte Kerkhoff.

Auf der einen Seite soll die "Thyssenkrupp Materials AG" unter anderem den 50-Prozent-Anteil aus dem fusionierten Stahlgeschäft mit dem indischen Partner Tata enthalten. Hinzu kommen der Handel mit Werkstoffen sowie der Marineschiffbau. Dieses Unternehmen soll rund 40.000 Mitarbeiter haben.

In dem zweiten Unternehmen "Thyssenkrupp Industrials AG" soll dagegen etwa das Geschäft mit Aufzügen oder Zulieferungen für die Autoindustrie gebündelt werden. Hier sollen 90.000 Menschen beschäftigt werden. Über die konkrete Teilung muss laut Unternehmen dann die Hauptversammlung entscheiden. Das könne "in 12 bis 18 Monaten geschehen", erklärte der Konzern.

Tief in der Krise

Das Traditionsunternehmen steckt schon seit langem in der Krise. Im Sommer hatte Ex-Vorstandschef Heinrich Hiesinger überraschen seinen Posten geräumt. Dazu kommen die Folgen einer milliardenteuren Fehlinvestition. Als Sorgenkind gilt nicht nur die schwächelnde Sparte für Anlagenbau, die vor einer weiteren Umstrukturierung steht. Auch die kurz vor seinem Abgang von Hiesinger eingefädelte Stahlfusion mit Tata ist noch nicht komplett vollzogen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. September 2018 um 17:00 Uhr.

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