Stahlkocher bei Thyssenkrupp | Bildquelle: dpa

Einigung auf Fusion thyssenkrupp und Tata gründen neue Stahlsparte

Stand: 20.09.2017 12:25 Uhr

Der thyssenkrupp-Konzern und die indische Tata-Gruppe wollen ihr Stahlgeschäft in Europa zusammenlegen. Das neue Unternehmen soll seinen Sitz in Amsterdam haben. Durch die Fusion könnten bis zu 4000 Arbeitsplätze wegfallen.

Nach mehr als einjährigen Verhandlungen hat sich der Essener Industriekonzern thyssenkrupp mit seinem indischen Konkurrenten Tata auf die Fusion der europäischen Stahlsparte geeinigt. Der endgültige Vertrag soll Anfang 2018 unterzeichnet werden, wie thyssenkrupp mitteilte.

"Ziel ist es, einen führenden europäischen Flachstahlanbieter zu schaffen", teilte thyssenkrupp mit. Beide Konzerne sollen an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in den Niederlanden je 50 Prozent halten. Die neue Firma wäre der zweitgrößte europäische Stahlkonzern nach ArcelorMittal.

Fusion der europäischen Stahlsparten von Tata und thyssenkrupp
tagesschau 14:00 Uhr, 20.09.2017, Heribert Roth, WDR

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Bis zu 4000 Jobs könnten abgebaut werden

Nach dem Zusammenschluss kommt das Unternehmen erst einmal auf rund 48.000 Mitarbeiter - davon 27.000 bei thyssenkrupp. Doch die Fusion wird nicht ohne Stellenstreichungen vollzogen: Im ARD-Morgenmagazin bestätigte der Vorstandsvorsitzende von thyssenkrupp, Heinrich Hiesinger, dass durch die Fusion "in den nächsten Jahren" insgesamt 4000 Stellen gestrichen werden könnten. Den Jobverlust sollten beide Konzerne zu gleichen Teilen tragen - auf thyssenkrupp kämen demnach 2000 Arbeitsplätze, die abgebaut werden sollen.

Laut Hiesinger stellt die Zahl von 2000 Stellenstreichungen eine Obergrenze dar. Er betonte zudem, dass "alle diese Maßnahmen, die wir jetzt planen" auch gekommen wären und das "in noch viel größerem Umfang, wenn wir alleine weitergegangen wären". Die Einschnitte seien nötig, um langfristig Zehntausende Arbeitsplätze zu sichern.

Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender ThyssenKrupp, zur Fusion
Morgenmagazin 08:00 Uhr, 20.09.2017

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Die Krupp-Stiftung, als wichtige Großaktionärin des Unternehmens, stellte sich bereits hinter die Fusionspläne. Tata-Steel-Chef Natarajan Chandrasekan sprach von einem "Meilenstein".

Betriebsrat und IG Metall kündigen Widerstand an

Dem Zusammenschluss muss der Aufsichtsrat des deutschen Konzerns noch zustimmen. Betriebsrat und IG Metall kündigten angesichts der befürchteten Einschnitte bei Standorten und Beschäftigten Widerstand an. Die Arbeitnehmervertreter erwägen, bei einer möglichen Abstimmung im Aufsichtsrat geschlossen gegen ein Zusammengehen mit dem indischen Konkurrenten stimmen zu wollen. Ein solches Votum wäre ein Novum in der Konzerngeschichte.

"Der Vorstand hat gegen alle Warnungen alles auf eine Karte gesetzt", kritisierte Betriebsratschef Günter Back. Er bezweifelt, dass es bei thyssenkrupp bei 2000 abgebauten Stellen bleiben würde. Trotzdem sei es nun Aufgabe des Betriebsrats, diese "falsche Entscheidung" mitzugestalten, um "das Schlimmste zu verhindern".

Für diesen Freitag haben die Arbeitnehmervertreter zudem zu einer Protestkundgebung in Bochum aufgerufen, zu der mindestens 5000 Stahlkocher erwartet werden.

Vorstandsvorsitzender Hiesinger hofft trotzdem, auch die Angestellten von der Notwendigkeit der Fusion überzeugen zu können. In einem Brief an die Mitarbeiter sprach Hiesinger von "erheblichen Überkapazitäten" in der Stahlbranche und von der nur langsam wachsenden Nachfrage nach Flachstahl. "Dadurch entsteht eine Abwärtsspirale, die uns dazu zwingt, immer wieder schmerzhaft nachzuziehen", zitiert die Nachrichtenagentur dpa aus dem Schreiben.

Skepsis unter Politikern

Auch aus der Politik kommen warnende Worte zum geplanten Zusammenschluss. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles betonte, eine Fusion "um jeden Preis" dürfe es nicht geben. Die deutschen Standorte müssten erhalten werden und zudem sollten betriebsbedingte Kündigungen beim Stellenabbau ausgeschlossen werden.

Gemäßigter äußerte sich Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries zu der Fusion. Es seien Pläne von "großer Tragweite für die Region, die Beschäftigten und den Stahlstandort Deutschland". Allerdings könnten die Pläne nur realisiert werden, wenn auch die Mitarbeiter sie akzeptierten. "Gegen die Arbeitnehmer ist keine tragfähige Lösung denkbar", hieß es von Zypries.

Die Vorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, forderte die nordrhein-westfälische Landesregierung auf, sich einzuschalten. Wagenknecht verwies auf das Beispiel der saarländischen Firma Saarstahl, die in eine Stiftung übertragen worden und auf diesem Wege bis heute ein wettbewerbsfähiger Konzern geblieben sei.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 20. September 2017 um 07:10 Uhr.

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