Thomas-Cook-Reisebüro in NRW

Folgen der Insolvenz Thomas Cook streicht Reisen für 2020

Stand: 12.11.2019 13:23 Uhr

Zunächst hatte Thomas Cook Deutschland alle Reisen bis Jahresende abgesagt, nun auch für das kommende Jahr. Noch immer liege kein Kaufangebot für die Konzerntochter vor.

Kunden der Thomas-Cook-Veranstalter in Deutschland können ihre geplanten Reisen auch im kommenden Jahr nicht antreten, wie das Unternehmen mitteilte. "Aus insolvenzrechtlichen Gründen" könnten die Reisen nicht stattfinden, auch wenn sie teilweise oder gänzlich bezahlt wurden. Stattdessen müsse die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 1. Dezember vorbereitet werden.

Betroffen seien neben der Marke Thomas Cook auch Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin sowie die Schweizer Gesellschaft Thomas Cook International. Für Bucher Reisen und Öger Tours lägen zwar konkrete Angebote von Investoren vor, dennoch könnten die Reisen nicht durchgeführt werden. Betroffene Kunden mit Sicherungsschein haben die Möglichkeit, ihre Ansprüche bei dem vom Versicherer Zurich beauftragten Dienstleister Kaera anzumelden.

Täglich gehen nach Angaben eines Unternehmenssprechers etwa 1000 Schadensmeldungen ein. "Mit der heute bekanntgegebenen Entscheidung von Thomas Cook erwarten wir nun auch die Meldung von Schadenersatzansprüchen für Reisen, die im kommenden Jahr hätten stattfinden sollen." Diese seien in der Regel noch nicht vollständig bezahlt, sondern nur angezahlt.

Viele Kunden bleiben wohl auf Kosten sitzen

"Es tut uns unendlich leid, dass wir nun auch unseren Kunden mit Abreise im neuen Jahr endgültig diese Nachricht überbringen müssen", erklärte Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung. "Wir hoffen aber, unseren Kunden und Vertriebspartnern damit die notwendige Planungssicherheit geben zu können."

Die Geschäftsleitung und die vorläufigen Insolvenzverwalter geben die Hoffnung nicht auf. Man versuche, bis zum Monatsende jede sich bietende Chance für den Erhalt des Traditionsunternehmens zu nutzen.

Zuvor hatte die deutsche Thomas Cook bereits alle Reisen bis Ende des Jahres gestrichen. Sie hatte nach der Pleite des britischen Mutterkonzerns am 25. September Insolvenz angemeldet. Etwa 2100 Mitarbeiter müssen um ihre Jobs bangen. 140.000 Kunden befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Urlaub.

Entschädigungen ab Dezember

Die von der Insolvenz betroffenen Feriengäste sollen von Dezember an entschädigt werden. Dann soll voraussichtlich auch die genaue Höhe der Entschädigung feststehen, wie ein Sprecher des Versicherers Zurich Deutschland sagte. Klar ist bereits, dass die versicherte Summe bei weitem nicht ausreicht, und dass Geschädigte nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen.

Das Unternehmen ist mit 110 Millionen Euro versichert. Die Ansprüche der Kunden belaufen sich Medienberichten zufolge allerdings auf rund 500 Millionen Euro. Viele Kunden werden wohl auf ihren Kosten sitzen bleiben.

Thomas Cook sagt Reisen ab Januar ab
Lars Hofmann, HR
12.11.2019 12:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. November 2019 um 12:00 Uhr.

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