Das Logo von Thomas Cook in Frankfurt am Main | Bildquelle: dpa

Nach Pleite der Mutter Deutsche Thomas-Cook-Tochter insolvent

Stand: 25.09.2019 14:42 Uhr

Nach der Pleite der britischen Muttergesellschaft Thomas Cook ist nun auch die deutsche Thomas Cook GmbH insolvent. Wie Condor hatte auch die deutsche Tochter einen Antrag auf Überbrückungskredit gestellt.

Nach dem britischen Reisekonzern Thomas Cook hat nun auch die deutsche Tochter-GmbH Insolvenz angemeldet. Der deutsche Veranstalter mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen sei zu diesem Schritt "gezwungen", um sich aus den "finanziellen Verflechtungen und Haftungsverhältnissen" mit dem insolventen Mutterkonzern lösen zu können, erklärte die Thomas Cook GmbH.

"Wir hätten diesen gerichtlichen Schritt natürlich lieber vermieden, doch leider ließ sich auf dem Verhandlungsweg keine kurzfristige Lösung erreichen", sagte Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung der Thomas Cook GmbH.

Reiseveranstalter Thomas Cook insolvent
tagesschau 20:00 Uhr, 25.09.2019, Sandra Scheuring, HR

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Bislang kein Überbrückungskredit

Ziel sei ein sanierendes gerichtliches Verfahren. Das Gericht werde voraussichtlich noch heute einen erfahrenen Restrukturierer einsetzen, der die Neuausrichtung des Geschäfts im Rahmen eines Insolvenzverfahrens federführend begleite.

Wie der Ferienflieger Condor hatte auch die Thomas Cook GmbH einen Antrag auf einen Überbrückungskredit beim Bund gestellt. Dabei soll es sich laut der Nachrichtenagentur dpa um eine Summe von 375 Millionen Euro handeln. Die Prüfung laufe. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte, sie könne die Zahl nicht bestätigen. Der Antrag von Thomas Cook Deutschland sei getrennt zu betrachten vom Ferienflieger Condor.

Condor stellt Schutzschirmantrag

Condor hatte am Dienstagabend die Zusage über eine staatlichen Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro erhalten. Condor stellte derweil einen Schutzschirmantrag. Dabei handelt es sich um eine Besonderheit des deutschen Insolvenzrechts. Mit dem Verfahren will Condor verhindern, dass Geld aus dem Brückenkredit an den insolventen britischen Mutterkonzern abschließt. Ziel sei, dass "niemand einen Euro aus Condor entwenden kann", hatte Vorstandschef Airline-Chef Ralf Teckentrup gesagt.

Hessen prüft Kreditantrag

Das Land Hessen will nach Angaben von Ministerpräsident Volker Bouffier den Kreditantrag der deutschen Tochter des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook jetzt prüfen. "Wir sind grundsätzlich bereit zu helfen", sagte Bouffier. Eine Bewilligung staatlicher Finanzhilfe sei allerdings nur möglich, wenn es Gewissheit gebe, dass das Unternehmen zukunftsfähig sei. Dazu lege "wirklich Beratungsfähiges" bisher nicht vor, sagte der CDU-Politiker.

140.000 Urlauber unterwegs

Nach der Insolvenz von Thomas Cook Deutschland kümmert sich nach Angaben des Reiseverbandes DRV der Insolvenzversicherer Zurich um betroffene Pauschalreisende. "Dem DRV wurde bestätigt, dass die Zurich Versicherung die Kosten für zwischen Thomas Cook Deutschland und Leistungserbringern wie zum Beispiel Hotels und Fluggesellschaften vereinbarten Leistungen übernimmt", teilte der Verband mit.

Hotels in den Urlaubsgebieten hätten daher keinen Grund, Urlauber aus Angst vor Zahlungsschwierigkeiten des Reiseveranstalters zur Kasse zu bitten. Der Insolvenzversicherer sei zudem verpflichtet, die Reisenden zurückzubringen. Etwa 140.000 Urlauber sind aktuell mit dem Unternehmen unterwegs, das in Deutschland etwa 2000 Mitarbeiter beschäftigt.

Auch die polnische Tochter Neckermann Polska meldete heute Insolvenz an.

Die Logos von Thomas Cook, Öger Tours und Neckermann Reise werden am Tag der Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook auf einem Monitor über einem Service Schalter in Frankfurt a.M. angezeigt. | Bildquelle: dpa
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Zu Thomas Cook gehören neben Condor auch Marken wie Öger Tours und Neckermann Reisen.

Condor kann auf Rettung hoffen

Condor kann nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Thomas Cook dank eines 380-Millionen-Euro-Kredits des Staates auf Rettung hoffen. Der Bund und das Land Hessen hatten der Airline einen sechsmonatigen Überbrückungskredit erteilt.

Die Flug-Tochter Condor hatte am Dienstagabend angekündigt, ein Schutzschirmverfahren anzumelden und sich mit Hilfe des Kredits vom Staat von Thomas Cook abzunabeln. Damit hat Thomas Cook keinen Zugriff mehr auf Condor. Der sogenannten Rettungshilfe muss aber auch die EU-Kommission noch zustimmen.

Mit dem angekündigten Staatskredit sind die knapp 5000 Arbeitsplätze bei Condor aus Sicht der Gewerkschaft ver.di vorerst gesichert. "Mit diesem Überbrückungskredit kann das Unternehmen in den nächsten Monaten weiterarbeiten", teilte Vorstandsmitglied Christine Behle mit.

Knapp 21.000 Mitarbeiter weltweit

Der britische Konzern hatte in der Nacht zum Montag Insolvenz angemeldet. Zuvor waren Bemühungen, Thomas Cook zu retten, gescheitert. Noch bis Sonntagabend war mit Investoren über eine zusätzliche Finanzierung in Höhe von 200 Millionen Pfund verhandelt worden. Das Traditionsunternehmen benötigte das Geld, um in die Zukunft seines Geschäfts zu investieren.

Betroffen waren und sind etwa eine Million Kunden, die ihren Urlaub erst noch antreten wollten, aber auch rund 600.000 Thomas Cook-Kunden, die derzeit schon im Urlaub sind.

Thomas Cook war 1841 gegründet worden und betreibt Hotels, Ferienresorts, Airlines und veranstaltet Kreuzfahrten. Der Konzern hat knapp 21.000 Mitarbeiter weltweit.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 25. September 2019 um 10:30 Uhr.

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