Neuwagen von Tesla stehen in einem Showroom in Amsterdam | AFP

Quartalsrekord Tesla schafft ersten Milliardengewinn

Stand: 27.07.2021 00:09 Uhr

Tesla-Chef Musk hat es mal wieder allen Skeptikern gezeigt: Im abgelaufenen Quartal lieferte der US-Konzern so viele E-Autos aus wie nie und verdiente erstmals mehr als eine Milliarde Dollar.

Vor vier Wochen hat der "Technoking" seinen 50. Geburtstag gefeiert. Nun macht sich Tesla-Chef Elon Musk selbst sein schönstes Geschenk: das beste Quartalsergebnis der Geschichte. Trotz des weltweiten Chipmangels und der Rohstoff-Engpässe hat der Elektroauto-Pionier im Zeitraum von April bis Ende Juli den Umsatz um satte 87 Prozent auf gut 12 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn verzehnfachte sich gar auf 1,1 Milliarden Dollar. Es war der erste Milliardengewinn in einem Quartal.

So viele Autos ausgeliefert wie noch nie

Auch bei der Produktion und der Auslieferung erreichte Tesla neue Rekorde. Mit über 201.000 Fahrzeugen lieferte der Tech-Konzern so viele Stromer aus wie noch nie in einem Vierteljahr. Insgesamt produzierte Tesla 206.421 Stück.

Nicht nur mit dem Verkauf von E-Autos macht Tesla Gewinne. Knapp ein Drittel des Überschusses (354 Millionen Dollar) stammt auch aus dem Verkauf von Emissionsrechten an andere Autobauer. Das ist allerdings 17 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.  

Millionen-Abschreibungen auf die Bitcoin-Investitionen

Der Tesla-Gewinn wäre noch höher ausgefallen, hätte der Elektroautobauer nicht unter dem volatilen Bitcoin-Kurs gelitten. Der US-Konzern musste eine Abschreibung von 23 Millionen Dollar im Zusammenhang mit seinen Bitcoin-Beständen vornehmen. Tesla hatte im Februar eine Investition von 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin bekanntgegeben. Musk hatte den Bitcoin zunächst als Zahlungsmittel für E-Autos akzeptiert, dann aber unter Hinweis auf den Energieverbrauch für die Herstellung zurückgerudert. In der vergangenen Woche vollzog er eine erneute Kehrtwende: Sein Konzern werde die Cyber-Devise "sehr wahrscheinlich" wieder akzeptieren, erklärte er.

Analysten hatten bei Gewinn und Umsatz mit deutlich weniger gerechnet. Die Tesla-Aktien zogen nachbörslich um 1,3 Prozent an. Seit Jahresbeginn hat der Tesla-Kurs rund fünf Prozent verloren. Nach dem erreichten Rekordhoch Ende Januar sackten die Aktien bis auf 563 Dollar ab, erholten sich dann aber wieder. Tesla ist einer Marktkapitalisierung von 633 Milliarden Dollar weiter der wertvollste Autobauer der Welt.

Werk Grünheide bleibt im Plan

Zum Ausblick auf das Restjahr wollte sich Tesla später in einer Analysten-Konferenz äußern. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, noch in diesem Jahr mit der Produktion des Model Y in Berlin-Grünheide und in Austin zu beginnen. Das SUV-Crossover-Modell soll 2022 das meistverkaufte Auto der Welt werden. Musk visiert 1,5 Millionen verkaufter Modelle an.

Allerdings verschob Tesla die Auslieferung des "Semi Truck" auf 2022, "um sich besser auf diese Fabriken konzentrieren zu können". Ursprünglich wollte das US-Unternehmen einen elektrischen Cybertruck bis Jahresende für unter 40.000 Dollar auf den Markt bringen.

Konkurrenz wächst

Der Druck auf Tesla nimmt aber immer mehr zu. In den USA greift Ford mit seiner E-Offensive den Elektroautro-Pionier frontal an. Der zweitgrößte US-Autohersteller hat vor kurzem den F-150 Lightning, eine Elektrovariante des meist verkauften pick-ups F-150 angekündigt.

Und die deutschen Autobauer VW, Daimler und BMW machen ebenfalls Jagd auf Tesla. VW will in vier Jahren Tesla auf dem Thron ablösen und Weltmarktführer bei E-Autos werden. Es bahnt sich ein Preiskrieg an. Auf dem deutschen Markt hat Tesla Marktanteile eingebüßt. Laut Berechnungen von Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sank der Anteil bei reinen Batterie-Autos von 20 Prozent Anfang 2019 auf inzwischen nur noch sieben Prozent.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Juli 2021 um 12:00 Uhr sowie Deutschlandfunk um 08:00 Uhr.