Tesla-Chef Elon Musk | REUTERS

Tesla-Börsenkurs Investor verklagt Musk wegen "erratischer" Tweets

Stand: 13.03.2021 10:44 Uhr

Mit seinen ungezügelten Twitter-Ergüssen hat sich Elon Musk erneut Ärger eingehandelt: Ein Tesla-Investor geht juristisch gegen den Multimilliardär vor. Der Vorwurf: Seine Tweets gefährdeten den Börsenkurs des Unternehmens.

Es ist nicht das erste Mal, dass ihn seine Twitter-Aktivitäten in die Bredouille bringen: Tesla-Chef Elon Musk ist von einem Investor des US-Elektroautobauers wegen "erratischer" Tweets verklagt worden. Die Nachrichten auf der Social-Media-Plattform setzten das Unternehmen angeblich hohen juristischen Risiken und milliardenschweren Kursverlusten aus. Weitere ungezügelte Tweets von Musk könnten heftige Konsequenzen für die künftigen Finanzierungsmöglichkeiten von Tesla haben, heißt es in der 105 Seiten langen Klageschrift, die am Freitag vom zuständigen Gericht im US-Bundesstaat Delaware veröffentlicht wurde. Damit verstoße Musk gegen einen mit der US-Aufsichtsbehörde SEC getroffenen Vergleich.

Weil er mit seinen Tweets immer wieder für Aufsehen und mitunter auch für starke Bewegungen an den Finanzmärkten gesorgt hatte, war Musk 2018 ins Visier der Behörde geraten. Konkret ging es um seine Ankündigung bei Twitter, dass er erwäge, Tesla von der Börse zu nehmen und die Finanzierung gesichert sei. Die SEC kam nach einer Untersuchung zu dem Schluss, dass Musk keine festen Finanzierungszusagen hatte. Das folgende juristische Hickhack und eine Klage wegen Marktmanipulation endete letztlich in einem Vergleich, der vorsieht, dass sich der Tesla-Chef seine Tweets vom Unternehmen freigeben lassen muss.

Klage richtet sich auch gegen Tesla-Verwaltungsräte

Für Musk offenbar kein Grund, sein Verhalten zu ändern: Er verhöhnte die SEC danach und twitterte munter weiter. Im Mai 2020 etwa ließ Musk Teslas Aktien mit einer Reihe sonderbarer Tweets an einem einzelnen Handelstag um mehr als zehn Prozent fallen. Damals schrieb er unter anderem, dass er den Börsenwert des Unternehmens für zu hoch halte und kündigte an, sich von fast allem physischen Besitz trennen zu wollen.

Dies ist nur einer der Vorfälle, die nun explizit in der Klage des Investors genannt werden - allein dadurch seien fast 14 Milliarden Dollar an Börsenwert "zerstört" worden. Dabei hatte sich der E-Auto-Pionier im vergangenen Jahr an der Börse prächtig entwickelt - Tesla-Aktien waren um rund 700 Prozent gestiegen. Musks Konzern ist am Kapitalmarkt der mit weitem Abstand wertvollste Autobauer weltweit. Zuletzt ging es allerdings wieder bergab, im vergangenen Monat sank der Kurs um 15 Prozent. Weil Tesla und seine Aufsichtsgremien Musk beim Twittern nicht wie von der SEC angeordnet zur Räson gebracht haben, richtet sich die Klage auch gegen das Unternehmen und seine Verwaltungsräte.

Musk sorgt für Wirbel um Kryptowährungen

Und auch jüngst sorgte der Tesla-Chef wieder für Aufregung in der Finanzwelt: Mit wohlwollenden Nachrichten im Kurznachrichtendienst befeuerte er die Kursrallys von Kryptowährungen wie Bitcoin und Dogecoin. Das sorgte für viel Argwohn, nicht zuletzt da wenig später ein 1,5 Milliarden Dollar schwerer Bitcoin-Kauf von Tesla bekannt wurde, bei dem nicht klar ist, ob er vor oder nach den Tweets getätigt wurde.

Fest steht jedenfalls: Elon Musk hat schon viele skurrile Tweets abgesetzt. Am 1. April 2019 etwa postete er ein Scherzfoto über eine Tesla-Pleite.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. September 2018 um 13:10 Uhr.