Das Tesla-Logo und der Schriftzug des Konzerns schimmern silbern auf einem Auto. | Bildquelle: REUTERS

Kehrtwende von Konzernchef Musk Tesla soll an der Börse bleiben

Stand: 25.08.2018 07:11 Uhr

Nun also doch kein Rückzug: Tesla-Chef Musk will sein Unternehmen an der Börse lassen. Gespräche mit Investoren hätten ihn überzeugt. Sein Gedankenspiel hatte die Börsenaufsicht und zahlreiche Anleger alarmiert.

Zweieinhalb Wochen nach seiner überraschenden Ankündigung, den Elektrowagenhersteller Tesla von der Börse nehmen zu wollen, hat Unternehmenschef Elon Musk nun eine Kehrtwende hingelegt. Für den Konzern sei es "der bessere Weg", an der Börse zu bleiben, heißt es in einer Mitteilung, die auf der Internetseite der Firma veröffentlicht wurde.

Investoren für Verbleib an der Börse

Musk habe Gespräche mit Investoren über einen möglichen Börsenrückzug geführt, unter anderem auch mit den Investmentfirmen Goldman Sachs, Morgan Stanley und Silver Lake. "In Anbetracht des Feedbacks, das ich bekam, ist es offensichtlich, dass die meisten Tesla-Aktionäre glauben, dass wir als börsennotiertes Unternehmen besser dran sind", zieht Musk Bilanz aus den Beratungen. Er habe gewusst, dass eine Privatisierung herausfordernd geworden wäre, aber es sei klar, dass es sogar noch zeitaufwendiger und anstrengender geworden wäre, als ursprünglich angenommen. Das Unternehmen müsse sich derzeit aber darauf fokussieren, profitabel zu werden.

Der Vorstand sei über die Entscheidung bereits informiert worden und habe zugestimmt. Das bestätigten auch mehrere Mitglieder des Tesla-Direktoriums. Der gegründete Vorstandsausschuss, der die Pläne einer Privatisierung prüfen sollte, sei aufgelöst worden.

Musk hatte am 7. August per Tweet verkündet, er erwäge, den Elektroauto-Pionier von der Börse zu nehmen. Dabei hatte er einen Preis von 420 Dollar pro Aktie ins Spiel gebracht und betont, die Finanzierung der Privatisierung sei gesichert. Daraufhin schoss die Aktie des Konzerns um elf Prozent auf knapp 380 Dollar in die Höhe.

Vorwurf der Manipulation von Aktienkurs

Die Art der Ankündigung und deren Folgen für den Aktienmarkt rief die Börsenaufsicht SEC auf den Plan. Informationen des Senders "Fox Buisness News" zufolge lud die Behörde sämtliche neun Vorstandsmitglieder von Tesla gerichtlich vor, um sie zu den Plänen zu befragen. Die Börsenaufseher gingen der Frage nach, ob Musk mit seinem Vorgehen versucht hatte, den Aktienpreis in die Höhe zu treiben. Anlegern, die auf einen Kursrückgang der Aktie spekuliert hatten, brachte das Plus der Tesla-Papiere Verluste in Milliardenhöhe ein.

Zwei Anleger reichten aus diesem Grund Klage gegen den Tesla-Chef ein. Sie warfen ihm vor, mit der Ankündigung über Twitter gegen das Gesetz verstoßen und den Aktienpreis manipuliert zu haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 25. August 2018 um 07:00 Uhr.

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