Tesla-Chef Elon Musk. | Bildquelle: AP

Corona-Regeln in Kalifornien Musk droht mit Tesla-Rückzug

Stand: 10.05.2020 00:38 Uhr

Aus Verärgerung über anhaltende Corona-Beschränkungen hat Tesla-Chef Musk mit dem Rückzug seines Konzerns aus Kalifornien gedroht. Er kündigte zudem an, den zuständigen Bezirk zu verklagen.

Tesla-Chef Elon Musk will den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers wegen anhaltender Corona-Beschränkungen in Kalifornien in einen anderen US-Bundesstaat verlegen. Er hat damit scharf auf die Ankündigung aus Kalifornien reagiert, dass sein einziges US-Fahrzeugwerk wegen der Corona-Risiken die Produktion noch nicht wieder hochfahren darf. "Ehrlich gesagt reicht es jetzt", schrieb Musk auf Twitter. Tesla werde seinen Konzernsitz und seine künftigen Programme mit sofortiger Wirkung nach Texas oder Nevada verlegen, so Musk.

Ob sein Unternehmen jegliche Produktion am bisherigen Standort in Fremont belasse, hänge davon ab, wie Tesla künftig behandelt werde, fuhr Musk fort.

"Shutdown" im Bezirk Alameda bis Ende Mai

Hintergrund von Musks Ankündigung ist die Weigerung des Bezirks Alameda, das seit 23. März geschlossene Werk bei San Francisco bereits am vergangenen Freitag wieder zu öffnen. Der Tesla-Chef hatte in einer E-Mail an seine Mitarbeiter geschrieben, dann solle ein eingeschränkter Betrieb mit 30 Prozent der normalen Belegschaft pro Schicht wieder aufgenommen werden. Alamedas Gesundheitsbehörden erklärten aber, es dürfe dort noch nicht wieder gearbeitet werden, weil Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus noch in Kraft seien.

Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, sagte zwar, eine Öffnung von Fabriken in dem Bundesstaat werde wieder erlaubt. Der Bezirk Alameda entschied aber für sich, dass der "Shutdown" mit Ausnahme von unerlässlichen Betrieben bis Ende Mai bestehen bleiben solle.

Musk kritisiert "Lockdown" als "verfassungswidrig"

Ein Mitarbeiter des Bezirks erklärte, die Gesundheitsbehörden hätten zahlreiche Gespräche mit Tesla geführt und empfohlen, noch mindestens eine Woche die Covid-19-Infektionszahlen zu beobachten. Auch sollten sichere Wege zur Wiederaufnahme der Produktion gefunden werden.

Musk hatte den "Lockdown" wiederholt als ernste Gefahr für US-Unternehmen und als "verfassungswidrig" kritisiert. Er kündigte zudem an, den Bezirk Alameda zu verklagen. Zu Musks Drohungen äußerten sich bisher weder das Gesundheitsamt des Bezirks Alameda noch das Büro von Gouverneur Newsom.

Börsenwert von Tesla vergangene Woche abgesackt

Musk ist dafür bekannt, auf Twitter für Aufsehen zu sorgen. Vergangene Woche hatte er mit einer Serie von Tweets dafür gesorgt, dass Teslas Börsenwert um Milliarden Dollar absackte. 2018 hatte Musk mit seinen Tweets Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC bekommen. Eigentlich muss er sich einer Vereinbarung mit der SEC zufolge relevante Tweets vorab vom Unternehmen freigeben lassen.

Tesla vs Kalifornien - Musk will Firmensitz verlegen
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
10.05.2020 06:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Mai 2020 um 06:00 Uhr.

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