Ein Tesla Model S und ein Tesla Model X werden in einem Einkaufszentrum in Hong Kong ausgestellt. | Bildquelle: AFP

Weniger Läden schließen Kehrtwende bei Tesla

Stand: 11.03.2019 16:41 Uhr

Gerade erst kündigte Tesla das Aus für viele seiner Läden an. Die E-Autos sollten künftig nur noch online verkauft werden. Jetzt verkündet die Firma: Weniger Geschäfte sollen schließen, stattdessen werden die Preise erhöht.

Tesla mildert den Plan ab, viele Läden nach einem Umstieg auf den ausschließlichen Online-Verkauf der Autos zu schließen. In den vergangenen beiden Wochen sei jede Filiale überprüft worden, teilte Tesla in einem Blogeintrag mit.

Um deutlich mehr Geschäfte zu behalten, müssten die schon länger verkauften Luxusmodelle S und X sowie teurere Varianten des neuen Massenmodells 3 im Schnitt drei Prozent mehr kosten. "In anderen Worten: Wir werden nur halb so viele Läden schließen, aber die Kosteneinsparungen sind deshalb nur halb so hoch."

Elon Musk gestikuliert während eines Vortrags. | Bildquelle: REUTERS
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Tesla-Chef Elon Musk kündigte Ende Februar das Aus für viele Filialen an.

Verkauf weiter nur online

Firmenchef Elon Musk hatte zehn Tage zuvor angekündigt, den Vertrieb grundlegend umzukrempeln. Bis auf einige repräsentative Filialen in zentralen Lagen sollte ein Großteil der 378 Verkaufsstellen geschlossen werden. Damit wollte Tesla die Fahrzeugpreise um sechs Prozent senken, um das Model 3 zum versprochenen Basispreis von 35.000 US-Dollar (knapp 31.000 Euro) anbieten zu können.

Das Basismodell bleibt von der Preiserhöhung ausgenommen. Die anderen Modelle werden ab dem 18. März teurer. Der Konzern hatte das Model 3 erst zusammen mit der Ankündigung des Vertriebsumbaus bestellbar gemacht, nachdem zunächst nur die lukrativeren teureren Varianten des Fahrzeug verkauft wurden, um die hohen Anlaufkosten der Produktion auszugleichen.

Es bleibe dabei, dass alle Verkäufe nur noch online abgewickelt werden solle, betonte Tesla. In den Läden solle den potenziellen Käufern nur gezeigt werden, "wie man binnen Minuten einen Tesla auf seinem Telefon bestellt". Entgegen Musks Ankündigung vom 28. Februar soll es in den Läden auch weiterhin Fahrzeuge für Testfahrten geben.

Für Käufer, die sofort mit einem Tesla vom Hof fahren wollen, wird auch eine kleine Anzahl Wagen vorgehalten. Die großzügige neue Regelung, nach der man einen neuen Tesla innerhalb einer Woche mit bis zu 1600 gefahrenen Kilometern zurückgeben kann, gelte weiterhin.

Elon Musk präsentiert das Model 3 | Bildquelle: dpa
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Das Model 3 soll Tesla in den Massenmarkt und die Gewinnzone bringen.

Standorte auf dem Prüfstand

Rund jeder zehnte Tesla-Laden ist jüngst bereits geschlossen worden, wie aus dem Blogeintrag hervorgeht. Ein Teil davon solle nun wiedereröffnet werden, aber mit weniger Mitarbeitern. Etwa ein Fünftel der Standorte stehe auf dem Prüfstand. Je nachdem, wie effizient sie in den kommenden Monaten arbeiten, könnten sie geschlossen werden oder offen bleiben.

Nur Tesla sei überhaupt in der Lage, so etwas durchzuziehen, weil das Unternehmen die Autohäuser im Gegensatz zu anderen Herstellern selbst betreibe und nicht Franchisenehmern überlasse, hatte Musk in seiner Ankündigung im Februar gesagt. Laut Medienberichten stieß Tesla bei der Umsetzung des Plans aber auch auf Probleme mit den Vermietern der Ladenflächen. In Deutschland hat Tesla nach jüngsten Angaben zwölf Autohäuser und sieben Service-Center.

Rolle rückwärts: Tesla erhöht Preise und schließt doch nicht seine Läden
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
11.03.2019 19:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 11. März 2019 um 14:40 Uhr und 15:41 Uhr.

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