Tesla-Chef Elon Musk bei der Präsentation des Model 3

Tweet gegen Börsenaufsicht Musk provoziert erneut die Regulierer

Stand: 05.10.2018 10:11 Uhr

Eine Klage gegen sich hat Tesla-Chef Musk abwenden können. Doch das bedeutet nicht, dass der Vergleich mit der US-Börsenaufsicht sicher ist. Dennoch stichelt Musk über Twitter weiter.

Wenige Tage nach einer Einigung mit der US-Börsenaufsicht hat Tesla-Chef Musk gegen die Behörde ausgeteilt. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bezeichnete er die Securities and Exchange Commission (Wertpapier- und Börsenkommission - SEC) als "Shortseller Enrichment Commission", übersetzt "Kommission zur Bereicherung von Leerverkäufern".

Leerverkäufer sind Investoren, die auf fallende Börsenkurse setzen. Musk unterstellt der Behörde mit seinem Tweet also quasi, Spekulanten zuzuarbeiten, die von einem Kursverfall der Tesla-Aktien profitieren wollen. Dabei leiste die SEC "unglaubliche Arbeit", schrieb Musk ironisch weiter.

Ein erster Tweet mit Folgen

Die SEC hatte Musk vergangene Woche wegen Tweets zu einem möglichen Börsenrückzug von Tesla verklagt. Am 7. August hatte er seinen mehr als 22 Millionen Twitter-Anhängern geschrieben, er werde das Unternehmen vielleicht von der Börse nehmen und dabei 420 Dollar je Aktie zahlen, die Finanzierung sei gesichert.

Elon Musk gestikuliert während eines Vortrags. | Bildquelle: REUTERS
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Elon Musk gilt als impulsiv. Seine jüngsten Tweets könnten den Tesla-Chef aber teuer zu stehen kommen.

Damit wäre Tesla insgesamt mit 72 Milliarden Dollar bewertet worden. Es kam zu starken Kursausschlägen. Später ruderte Musk zurück: Tesla bleibe an der Börse. Es stellte sich heraus, dass er keine Finanzierungszusagen von Investoren hatte.

Nach Ansicht der Regulierer hatte der Unternehmer Anleger damit in die Irre geführt. Am Wochenende einigte sich Musk mit der Behörde auf einen Vergleich. Dadurch darf er zwar Tesla-Chef bleiben, muss aber für drei Jahre den Vorsitz im übergeordneten Verwaltungsrat abgeben. Die SEC wollte ihn zunächst komplett aus den Chefetagen börsennotierter US-Firmen verbannen. Außerdem zahlen Musk und Tesla je 20 Millionen Dollar Strafe.

Und noch ein Tweet mit Folgen?


Musk stimmte auch zu, seine Kommunikation überwachen zu lassen. Gleichwohl twitterte er am Donnerstag gegen die SEC. Die Aktien des Unternehmens gaben deshalb deutlich nach.

Möglichwerweise steht sein Tweet in Zusammenhang mit einer rechtlichen Überprüfung des Deals mit der SEC. Der Vergleich muss noch gerichtlich genehmigt werden. Kurz vor dem Tweet hatte eine Bundesrichterin beide Seiten aufgefordert, die Übereinkunft bis zum 11. November zu begründen.

Die zuständige Richterin Alison Nathan bezeichnete dies als übliches Vorgehen. Experten schließen aber nicht aus, dass Nathan den Vergleich ablehnen könnte, falls sie glauben, der Tweet lege nahe, dass Musk nicht willens oder in der Lage sei, sein Verhalten zu ändern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. September 2018 um 13:10 Uhr.

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