Ein Gebäude von T-Systems | Bildquelle: dpa

6000 Job in Deutschland betroffen Telekom-Tochter streicht 10.000 Stellen

Stand: 21.06.2018 17:27 Uhr

In den nächsten drei Jahren will das Telekom-Tochterunternehmen T-Systems rund 10.000 Arbeitsplätze abbauen. 6000 davon sollen in Deutschland wegfallen. So will das Unternehmen 600 Millionen Euro einsparen.

Die kriselnde Großkundensparte der Deutschen Telekom, T-Systems, will rund 10.000 Stellen streichen. Das erklärte ein Sprecher des Unternehmens. 6000 der Stellen sollen in Deutschland abgebaut werden. Das Programm soll noch 2018 beginnen; dann sollen über einen Zeitraum von drei Jahren rund 2000 Jobs jährlich wegfallen. T-Systems-Chef Adel Al-Saleh gab die Entscheidungen auf einer Mitarbeiterversammlung in Bonn bekannt.

Zunächst sollen auf Management- und Verwaltungsebene in Deutschland 2000 Arbeitsplätze eingespart werden. Weitere 2000 Stellen würden von dort an andere Standorte wie Indien und die Türkei verlagert, die übrigen betroffenen Arbeitsplätze in Deutschland sollen durch Automatisierungs- und Digitalisierungsprozesse wegfallen.

T-Systems-Chef Adel Al-Saleh | Bildquelle: REUTERS
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T-Systems-Chef Al-Saleh will 600 Millionen Euro einsparen.

Auftragseinbruch

Das "Handelsblatt" hatte zuvor berichtet, dass von 230 Niederlassungen nur 20 erhalten bleiben sollen. Auch die Zahl der Managementebenen wird demnach von acht auf fünf sinken. T-Systems-Chef Adel Al-Saleh sagte der Zeitung, das Abbauprogramm werde teuer, "auch weil wir es so sozialverträglich wie möglich gestalten wollen". Das Tochterunternehmen ist seit langem das Sorgenkind des Telekom-Konzerns. So brach der Auftragseingang im vergangenen Jahr um 23,5 Prozent ein, zudem gingen mehrere Großkunden verloren, zuletzt ThyssenKrupp.

Das Unternehmen hat rund 37.000 Mitarbeiter, 18.000 davon in Deutschland. Insgesamt will der Konzern unter anderem mit den Stellenstreichungen 600 Millionen Euro einsparen. Einen Großteil davon wolle das Unternehmen in Wachstumsfelder wie Cloud-Dienste und IT-Sicherheit investieren, sagte der Sprecher. Al-Saleh erklärte dazu im "Handelsblatt": "Die freiwerdenden Mittel sollten nicht nur eingesetzt werden, um T-Systems wieder profitabel zu machen."

Gewerkschaft kündigt Widerstand an

Die Gewerkschaft ver.di regierte empört: "Wir werden uns vehement gegen Pläne wehren, die die Geschäftsfähigkeit von T-Systems und die Existenzgrundlage von Tausenden Beschäftigten zerstören", sagten ver.di-Vertreter und Telekom-Aufsichtsrat Lothar Schröder.

Al-Saleh hatte zu Jahresbeginn sein Amt an der Spitze von T-Systems übernommen. "Die Kostenstrukturen bei T-Systems sind eine Herausforderung", hatte er bereits in einem Reuters-Interview gesagt. T-Systems entstand zur Jahrtausendwende. Die Idee dahinter: Klassische Industriekonzerne beauftragen die Telekom-Tochter mit IT-Diensten, weil sie selbst keine ausreichenden Kenntnisse für die Verarbeitung der kontinuierlich steigenden Datenmengen haben. Doch der Bedarf der Kunden hat sich gewandelt: Mittlerweile vergeben viele Unternehmen hier nur noch kleine Aufträge, die Margen sinken. Viele setzen zudem auf Cloud-Lösungen.

Über dieses Thema berichtete am 21. Juni 2018 tagesschau24 um 17:00 Uhr und NDR Info um 17:45 Uhr.

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