Eine Frau telefoniert

Ärger über Telefonwerbung Fast 29.000 Beschwerden im ersten Halbjahr

Stand: 15.07.2018 11:46 Uhr

In vielen Fällen ist es nicht erlaubt, aber trotzdem gibt es sie: Lästige Werbeanrufe: Firmen lassen bei Tausenden das Telefon klingeln. Die Beschwerden häufen sich - fast 29.000 waren es im ersten Halbjahr. Die Grünen wollen strengere Regeln.

Die Zahl der Beschwerden über lästige und unerlaubte Telefonwerbung bleibt auf hohem Niveau. Állein im ersten Halbjahr von Januar bis zum 10. Juli registrierte die Bundesnetzagentur 28.618 Beschwerden und verhängte zwölf Bußgelder. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Einem Bußgeldverfahren liege jeweils eine große Zahl von Verbraucherbeschwerden zugrunde - "oft mehrere hundert, manchmal aber auch bis zu 3000", heißt es dort.

Strengere Regeln gefordert

Obwohl die Zahlen auf Höchstniveau blieben, sei nichts passiert, kritisierte die Grünen-Abgeordnete Tabea Rößner. "Unerlaubte Telefonwerbung und untergeschobene Verträge müssen endlich wirksam bekämpft werden."

Die Grünen fordern in einem Antrag im Bundestag unter anderem, dass alle am Telefon angebahnten Vertragsabschlüsse schriftlich bestätigt werden müssen. Die Einwilligung in Werbeanrufe wollen sie auf zwei Jahre befristen und deutlicher sichtbar machen, so dass sie nicht mit weiteren Einwilligungen vermischt werden kann. Die Grünen fordern für die Bundesnetzagentur mehr Personal und weitere Sanktionsmöglichkeiten, etwa die Bemessung der Bußgelder am Umsatz des Unternehmens.

Telefonwerbung
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Werbeanrufe nerven oft und sind in vielen Fällen gar nicht erlaubt.

2017 mehr als 50.000 Beschwerden

Telefonwerbung unterliegt in Deutschland strengen Regeln. Niemand darf zu Werbezwecken angerufen werden, ohne dass er vorher ausdrücklich zugestimmt hat. 2017 waren bis Ende November 52.342 schriftliche Beschwerden eingegangen und damit deutlich mehr als im Vorjahr. 2016 waren es im gesamten Jahr nur rund 29.300. Die Bundesregierung erklärte das unter anderem mit einem größeren Problembewusstsein der Verbraucher und einer erneuerten Online-Plattform, die Beschwerden erleichtere.

Im vergangenen Sommer hatte die Bundesnetzagentur mitgeteilt, dass sie ein Rekordbußgeld von 300.000 Euro gegen den Stromversorger Energy2day verhängt habe. Rund 2500 Beschwerden über Werbeanrufe der Firma waren eingegangen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Juli 2018 um 09:00 Uhr.

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