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Telefonica startet "nationales Roaming" Weniger Funklöcher bei O2 und E-Plus?

Stand: 04.03.2015 11:58 Uhr

O2-Kunden und E-Plus-Kunden kennen das Problem: Die Handytarife der beiden Anbieter sind zwar vergleichsweise günstig, dafür bezahlt man mit einer eher löchrigen Netzabdeckung. Im Zuge der Fusion verspricht der Konzern nun aber Besserung.

Nach der Fusion von O2 und E-Plus macht der Mobilfunkanbieter Telefonica Deutschland den ersten Schritt beim Zusammenlegen der beiden Funknetze. Ab Mitte April könnten UMTS-Kunden der beiden früher getrennten Unternehmen das jeweils andere Netz nutzen, sagte Vorstandschef Thorsten Dirks am Rande der Mobilfunkmesse in Barcelona. UMTS ist der vorherrschende Mobilfunkstandard - und auch Basis der allermeisten Handyverträge.

Wo das eigene UMTS-Funknetz Löcher aufweise, würden die Telefone sich automatisch über das sogenannte National Roaming ins jeweils andere Funknetz einbuchen, sagte Dirks - wobei das andere Funknetz freilich erst einmal verfügbar sein muss. Die Regelung soll auch für die Billigmarken von Partnern wie Simyo, Base, Fonic, Tchibo oder Aldi Talk gelten.

Deutlich hinter Telekom und Vodafone

Experten kritisieren seit Jahren, dass O2 und E-Plus im Vergleich zu den Wettbewerbern eine vergleichsweise schlechte Netzabdeckung haben. Beim in der Branche angesehenen Netz-Test des Fachmagazins Connect landeten die Telekom mit 436 Punkten und Vodafone mit 400 Punkten zuletzt wieder deutlich vor O2 (335) und E-Plus (327).

Seit Anfang Oktober gehört E-Plus zu O2. Dafür zahlte die O2-Mutter Telefónica insgesamt mehr als acht Milliarden Euro. Mit dem Zusammenlegen der Netze will das Unternehmen gut fünf Milliarden Euro einsparen. Dafür werden rund 14.000 von knapp 40.000 Basisstationen an den Funktürmen abmontiert. Zudem sollen bis 2018 rund 1600 Arbeitsplätze wegfallen, jede sechste Stelle im Unternehmen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 4. März 2015 um 17:30 Uhr.

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