Eine Frau telefonieren | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie

EU-Entscheidung Telefonieren ins Ausland wird günstiger

Stand: 14.11.2018 15:31 Uhr

Maximal 19 Cent pro Minute Telefonat, höchstens sechs Cent pro SMS - Brüssel will die Preise für Telekommunikation ins EU-Ausland deckeln. Das EU-Parlament stimmte für eine entsprechende Richtlinie.

Nach den Roaming-Gebühren schiebt die Europäische Union nun auch hohen Preisen für Telefonate ins EU-Ausland einen Riegel vor. Das EU-Parlament stimmte mit großer Mehrheit für entsprechende neue Regeln. Demnach sollen Gespräche aus dem eigenen Land in einen anderen EU-Staat pro Minute nur noch maximal 19 Cent kosten dürfen - egal ob vom Handy oder vom Festnetztelefon aus. Die Kosten pro SMS werden bei höchstens sechs Cent gedeckelt.

Wirksam ab Mai 2019

Nun muss noch der Rat der Mitgliedstaaten grünes Licht geben, was als Formsache gilt. Dann können die neuen Preisobergrenzen im Mai 2019 in Kraft treten. "Es war höchste Zeit, die teilweise unverschämten Preise für Auslandstelefonate in die EU zu deckeln", erklärte Constanze Krehl, telekommunikationspolitische Sprecherin der Europa-SPD. "Bei deutschen Anbietern zahlt man bisher teilweise das Zehnfache."

Im Gegensatz dazu waren die sogenannten Roaming-Gebühren für Anrufe aus fremden Netzen im EU-Ausland bereits im Sommer 2017 abgeschafft worden. Das sorgte jedoch laut einer Forsa-Studie vom Frühjahr 2018 auch für Verwirrung: Gut die Hälfte aller Befragten (52 Prozent), die in den vorangegangenen zwölf Monaten ins EU-Ausland telefoniert hatten, glaubten demnach, dass die Abschaffung der Roaming-Gebühren auch für Anrufe von Deutschland aus in andere EU-Länder gilt.

Eine Frau telefoniert am Strand. | Bildquelle: dpa
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Telefonate aus dem Ausland ins Heimatland sind schon länger gedeckelt - nun auch Anrufe ins EU-Ausland.

Lob von Verbraucherschützern

Die Entscheidung stößt auch bei Verbraucherschützern auf Zustimmung. "Dank der neuen Regelung werden Verbraucher ab Mai 2019 in den meisten Fällen für ihre Anrufe ins EU-Ausland erhebliche Kosten einsparen", erklärte ein Sprecher des Europäischen Verbraucherverbands. Auch die Bundeszentrale Verbraucherverband begrüßt die Preisdeckelung.

Das neue Gesetzespaket sieht neben der Kostendeckelung auch eine Art umgekehrten Notruf vor. Bei gefährlichen Großlagen wie Terroranschlägen und Naturkatastrophen sollen Handynutzer per SMS oder App gewarnt werden können. Ein solches System müssten die EU-Mitgliedstaaten innerhalb von 18 Monaten nach der offiziellen Verabschiedung der EU-Regeln auf die Beine stellen.

Langfristiger Verkauf von 5G-Frequenzen

Weitere Neuerungen: Telefon- oder Handyverträge sollen künftig einen leicht verständlichen Überblick über die Konditionen bieten. Daneben müssen Informationen über mögliche Kostenrückerstattungen enthalten sein - etwa wenn Verbrauchern bei einem Anbieterwechsel noch ungenutztes Prepaid-Guthaben bleibt.

Auch sieht das Paket vor, dass bis 2020 Frequenzen für das Mobilfunknetz der fünften Generation (5G) verfügbar sein sollen. Die EU-Länder sollten die entsprechenden Spektren für 20 Jahre an Telekommunikationsunternehmen vergeben. Diese Perspektive soll den Firmen höhere Sicherheit für Investitionen gewährleisten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. November 2018 um 15:00 Uhr.

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