Wlan-Router | picture alliance / Ulrich Baumga

6-Gigahertz-Frequenz freigegeben Schnelleres Internet in Sicht

Stand: 14.07.2021 14:56 Uhr

Langsame oder instabile Internetverbindungen sollen bald Geschichte sein: Die Bundesnetzagentur hat dafür einen zusätzlichen Frequenzbereich freigegeben. Damit wird Surfen schneller und besser - allerdings nur mit neuer Hardware.

Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, kann ab dem kommenden Jahr auf ein besseres WLAN hoffen. Die Bundesnetzagentur hat nach eigenen Angaben den 6-Gigahertz-Frequenzbereich freigegeben. Das bedeutet, dass Router auch in diese Frequenzen funken dürfen, bisher tun sie das nur über 2,4 und 5 Gigahertz.

Mit dem zusätzlichen Signalbereich soll den Nutzern schnelles und stabiles Internet ermöglicht werden, selbst wenn es in der Nachbarschaft viele WLAN-Netze gibt und diese zeitgleich genutzt werden. Bisher bremsten sich die WLAN-Netze mitunter gegenseitig etwas aus. Durch die nun freigegebene Frequenz dürfte sich dieses Problem abschwächen.

Neue Hardware ist notwendig

Wann die Verbraucher von der Frequenzfreigabe profitieren, ist allerdings noch offen. Denn ein Softwareupdate reicht nicht aus, vielmehr benötigen sie neue Hardware. Derzeit ist in Deutschland aber noch kein Router im Handel erhältlich, der für den nun freigegebenen 6-Gigahertz-Bereich benutzbar ist. Vermutlich nächstes Jahr dürften erste Geräte auf den deutschen Markt kommen. Auch die für das Internet genutzten Endgeräte - ob Smartphone, Notebook, Tablet oder Fernseher - müssen kompatibel sein mit dem neuen Technologiestandard Wi-Fi 6E.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, freut sich über den Schritt hin zu einem besseren drahtlosen Festnetz-Internet: "Wir verdoppeln das verfügbare Spektrum für WLAN nahezu." Hiermit werde die weitere Digitalisierung vorangetrieben, und Innovationen würden ermöglicht.

Auch ein Vodafone-Sprecher erklärte: "Neue Frequenzen sorgen dafür, dass die hohen Geschwindigkeiten im Internet immer besser vom Endkunden genutzt werden können."

Firmen arbeiten an neuen Produkten

Der in Deutschland bekannteste Hersteller von Routern ist die Berliner Firma AVM, von der die Fritz!Boxen kommen. "Die WLAN-Nutzung im 6-GHz-Bereich ist eine sehr positive Entwicklung", sagte eine Firmensprecherin. "Denn mit der steigenden Anzahl der mobilen Geräte zu Hause wächst auch der 'Platzbedarf' in drahtlosen Netzen."

AVM bietet noch keinen Router an, der in dem neuen Bereich funkt. "Wir beschäftigen uns intensiv mit Wi-Fi 6E und der Einführung entsprechender Produkte, die den neuen Standard unterstützen", hieß es weiter.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. April 2021 um 11:01 Uhr.