Kassenbereich einer Aldi Nord-Filiale | dpa

Händler tauschen Geräte Kartenzahlung vielerorts wieder möglich

Stand: 30.05.2022 15:07 Uhr

Seit Tagen konnte in vielen Supermärkten nicht mehr bargeldlos gezahlt werden. Grund war ein Fehler bei einem weit verbreiteten Zahlungsgerät. Viele Einzelhändler lösen das Problem nun durch den Tausch der Geräte.

Von Steffi Clodius, tagesschau.de

In vielen Supermärkten und Discountern, bei denen die bargeldlose Zahlung aufgrund eines Software-Problems beim Kartenterminal H5000 des US-Herstellers Verifone tagelang nicht möglich war, kann jetzt wieder mit Giro- und Kreditkarte bezahlt werden.

Steffi Clodius

Aldi Nord tauscht kurzfristig Geräte aus

Der von der Störung betroffene Discounter Aldi Nord erklärte, die Kartenzahlung werde für Kundinnen und Kunden kurzfristig in allen Märkten wieder möglich sein. "Während für die vielen betroffenen Einzelhändler in Deutschland nach wie vor kein funktionierendes Update vom Hersteller der Kartenterminals in Sicht ist, hat Aldi Nord über das Wochenende eine eigene, einfache Lösung für seine Kunden organisiert", teilte ein Sprecher tagesschau.de mit.

Kurzfristig würden alle ausgefallenen Kartenlesegeräte durch ein neues Modell ersetzt. "Der sukzessive Austausch der Kartenterminals war ohnehin für das laufende Jahr geplant und kann nun durch den Einsatz zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Aldi Nord und durch Unterstützung von IT- und Logistikpartnern in kurzer Zeit vorgezogen und deutlich beschleunigt werden", hieß es weiter. Ein Teil der Märkte sei bereits am Wochenende umgerüstet worden, die restlichen folgten in den nächsten Tagen. "Dort, wo wir zwischenzeitlich noch keine neuen Geräte installieren konnten, informieren wir unsere Kundinnen und Kunden vorerst noch weiterhin jeweils am Eingang und an der Kasse über die Einschränkungen." Aldi Süd war von den Problemen nicht betroffen gewesen.

"Vereinzelt gibt es noch Probleme"

Ähnlich wie Aldi Nord verfährt der Edeka-Konzern, wie eine Sprecherin gegenüber tagesschau.de bestätigte. Die Supermarktkette sei nur in einigen Regionen von dem Ausfall betroffen gewesen. "In den meisten EDEKA-Märkten ist die EC-Kartenzahlung heute wieder möglich. Vereinzelt gibt es noch Probleme, aber auch in diesen Märkten wurde in der Regel mindestens ein funktionsfähiges Terminal eingerichtet", so die Sprecherin. Beim zu Edeka gehörenden Discounter Netto könne ab sofort wieder in allen Filialen mit EC-Karte bezahlt werden. Dafür wurden die betroffenen Geräte bei Netto offenbar ebenfalls ausgetauscht.

Abgelaufenes Sicherheitszertifikat die Ursache?

Nachfragen hinsichtlich etwaiger Regressansprüche gegenüber dem Hersteller des betroffenen Terminals, dem US-Unternehmen Verifone, wollten die Einzelhandelsketten auf Nachfrage von tagesschau.de nicht beantworten. Unklar ist auch noch immer, was zum Ausfall der Geräte vom Typ H5000 führte. Experten hatten spekuliert, ein Sicherheitszertifikat der Betriebssoftware könnte unbemerkt abgelaufen sein. Verifone äußerte sich dazu auf Anfrage von tagesschau.de nicht. Auch Spekulationen über einen Hackerangriff wurden bislang nicht bestätigt.

Dienstleister unterstützt Terminaltausch

Einer der Zahlungsdienstleister, die das betroffene Gerät einsetzten, ist Payone. Dessen Sprecherin hatte tagesschau.de zuletzt mitgeteilt, dass Entwicklung und Softwareerprobung seitens Verifone voraussichtlich noch andauern würden. "Daher forciert Payone Alternativszenarien in Form von systematischem Terminaltausch sowie wo möglich, zur vorübergehenden Überbrückung die Umstellung auf lastschriftbasierte Bezahlverfahren (OLV/ELV), um ihre Händlerkunden schnellstmöglich wieder in die Lage zu versetzen, Kartenzahlungen zu akzeptieren", hieß es weiter.

Am Wochenende hatte Payone erklärt, dass es inzwischen ein Update für das betroffene Verifone-Zahlungsgerät gebe. Die Version sei aber nicht stabil genug, um sie flächendeckend einzusetzen. Um die Geräte wieder in Betrieb zu nehmen, ist den Payone-Angaben zufolge ein manueller Eingriff vor Ort entweder durch den Einzelhändler oder durch einen Techniker nötig. Es sei davon auszugehen, "dass dieser Vorgang nicht ad hoc in der Fläche ausgeführt werden kann, sondern vermutlich einige Tage in Anspruch nehmen wird", so Payone.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. Mai 2022 um 12:00 Uhr.