Computernutzer und Tabletnutzer | picture alliance / PhotoAlto

Internationaler Vergleich Deutsche neigen zu Technologie-Skepsis

Stand: 04.01.2022 15:52 Uhr

Viele Deutsche sind gegenüber modernen Technologien noch immer skeptisch eingestellt. Ganz anders sehen das dagegen Menschen aus China oder den USA.

In Deutschland stehen die Menschen dem technischen Fortschritt vergleichsweise argwöhnisch gegenüber. Das geht aus einer heute veröffentlichten Umfrage des Bosch-Konzerns hervor. Das Unternehmen befragte für die Erhebung etwa 8000 Menschen in China, Indien, Deutschland, Großbritannien und den USA.

Danach glaubt nur die Hälfte der Befragten in Deutschland, dass neue Technologien die Welt verbessern könnten. Im Durchschnitt aller Befragten gaben 72 Prozent an, dass sie eine verbesserte Situation in der Welt durch neue Technik erwarten. Vor allem bei Künstlicher Intelligenz, kurz: KI, sind die Deutschen skeptisch: Rund ein Drittel sieht darin eine Bedrohung. Besonders fürchten die Deutschen die steigenden Möglichkeiten der Überwachung, die mit der vielen Technik im Alltag möglich werde. Weltweit werden dagegen Cyberangriffe als größte Gefahr betrachtet.

"Vorbehalte abbauen und Vertrauen aufbauen"

"Diese Vorbehalte abzubauen und Vertrauen in digitale Technologien aufzubauen - das wird in der Zukunft von entscheidender Bedeutung sein und sich auch auf das Verhalten der Verbraucher auswirken", kommentierte der neue Chef des Bosch-Konzerns, Stefan Hartung, die Ergebnisse, die anlässlich der weltweit größten Technikmesse CES in den USA vorgelegt wurden.

In einigen Weltregionen hatte das schon Erfolg: In China ist die Begeisterung für KI hoch - dort glauben nur gut 26 Prozent, dass KI auch bedrohlich sein könnte. "Die Menschen wünschen sich, dass Technologie die großen Herausforderungen unserer Zeit löst und den Alltag in vielen Bereichen erleichtert", ergänzte Hartung.

Besonders beim Kampf gegen den Klimawandel setzen die Umfrageteilnehmer große Hoffnungen auf technische Lösungen. Die Deutschen halten Wasserstoff und die Brennstoffzelle für die wichtigsten Entwicklungen. Allerdings glaubt man hierzulande, dass die sich bietenden Möglichkeiten nicht optimal genutzt werden: Nur 29 Prozent glauben, dass Technologien ausreichend eingesetzt werden, um die großen Probleme der Zeit wie Klimaschutz anzugehen, während insgesamt 55 Prozent das so sahen. Chinesische Teilnehmer vertrauen hier zu 83 Prozent auf Technik.

Verzicht auf das Smartphone?

Insgesamt sehen die Deutschen sich und ihr Land nicht gut auf das Technikzeitalter vorbereitet: Gerade einmal 46 Prozent glauben, dass Deutschland in Sachen technischer Fortschritt schon gut aufgestellt ist, während es in China nahezu alle Befragten sind.

In China herrscht ohnehin große Begeisterung für Technik: Fast zwei von drei Menschen aus China wünschen sich, dass Maschinen ihre Gedanken lesen können, um ihre Wünsche besser zu erfüllen. Das halten nur 16 Prozent in Deutschland für erstrebenswert. Und: Sieben von zehn Chinesen würden lieber ihre besten Freunde ein Jahr lang nicht sehen, als auf ihr Smartphone zu verzichten - in Deutschland ist das genau umgekehrt.