Falcon-9-Rakete von SpaceX hebt ab | AFP

Krypto-Finanzierung SpaceX plant Dogecoin-Satelliten

Stand: 10.05.2021 14:51 Uhr

Noch am Samstag bezeichnete Elon Musk den Dogecoin als "Abzocke". Nun will sein Raumfahrtunternehmen SpaceX einen Satelliten zum Mond schicken, der genau über diese digitale Währung finanziert wurde.

Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX plant, im kommenden Jahr einen Satelliten zum Mond schicken, der vollständig über die Kryptowährung Dogecoin finanziert wurde. Der Satellit Doge-1 soll an Bord einer Falcon-9-Rakete zum Mond gelangen, wie das kanadische Unternehmen Geometric Energy Corporation, das die Mission leiten wird, am Sonntag (Ortszeit) mitteilte.

SpaceX-Gründer und Tesla-Chef Elon Musk gilt eigentlich als großer Verfechter von Dogecoin. "Auf zum Mooooond!!", twitterte er nach Bekanntgabe des Projekts. Einen Tag zuvor hatte er die Kryptowährung durch Äußerungen in einer US-Comedy-Show allerdings noch zum Einsturz gebracht.

Viertgrößte Kryptowährung

Einst lediglich als Parodie auf die wichtigste und bekannteste Cyber-Devise Bitcoin gedacht und als Meme im Internet verbreitet, gehört der Dogecoin nach Angaben von Coinmarketcap.com mittlerweile zu den fünf größten digitalen Währungen - mit einem Marktwert von rund 54 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Bitcoin, bei dem der Wert aller sich im Umlauf befindenden "Taler" derzeit fast 890 Milliarden Euro beträgt, ist das weiter nur ein Bruchteil.

Allerdings hat der Dogecoin viele prominente Unterstützer wie Rapper Snoop Dogg oder Kiss-Bassist Gene Simmons, was den Aufstieg kometenhaft beschleunigte. Im Januar kostete ein Dogecoin noch weniger als einen Cent. Doch plötzlich rauschte der Kurs in die Höhe.

Ähnlich wie beim Gamestop-Fall sollen sich auch hier Privatanleger über Foren wie Reddit zum Kauf verabredet haben. Am Wochenende erreichte der Dogecoin laut Coinmarketcap.com ein Rekordhoch von etwa 60 Cent - seit Jahresbeginn ein Kursplus von knapp 15.000 Prozent.

Kurseinsturz am Wochenende

Auch Elon Musk trug monatelang mit Tweets zum kometenhaften Aufstieg von Dogecoin bei. Auf seinen Auftritt bei "Saturday Night Live", den er mit "The Dogefather" bewarb, wurde in der Kryptoszene hingefiebert. Fans hatten weitere Werbung und Aussagen zum weiteren Kursziel erwartet.

Stattdessen nannte Musk die Währung, deren Logo die japanische Hunderasse Shiba Inu ziert, zwar "ein unaufhaltsames Vehikel, das die Welt erobern wird" - nur um Dogecoin kurz darauf jedoch als "Abzocke" zu bezeichnen. Insgesamt thematisierte er die Devise überwiegend humoristisch.

Das reichte, um den Kurs abstürzen zu lassen. Der Dogecoin brach um fast 40 Prozent auf 35 Cent ein. Generell gelten Kryptowährungen als schwankungsanfällig. Privatanleger sollten also vorsichtig sein. Experten warnen vor einem Totalverlust. Gerade bei solch einem optisch geringen Coin-Kurs könne bereits eine kleine Menge von Anlegern massive Kursbewegungen auslösen.

PR-Gag oder Realität? Anlegern ist es egal

Versöhnen könnte Musk den Kryptomarkt mit seinen nächsten Plänen. So will SpaceX wie der Elektroautobauer Tesla bald den Dogecoin als Zahlungsmittel akzeptieren - und eben zum Mond schicken.

Tesla-Chef Elon Musk | AFP

Elon Musk gilt als "Dogefather" der Kryptowährung Dogecoin. Bild: AFP

Wie viel die Mission kosten wird, gaben die Unternehmen nicht bekannt. "Wir sind begeistert, Doge-1 zum Mond zu schicken", erklärte der stellvertretende Vertriebsleiter bei SpaceX, Tom Ochinero. "Diese Mission wird den Einsatz von Kryptowährungen jenseits der Erdumlaufbahn vorführen und den Grundstein für interplanetaren Handel legen."

Ob die Ankündigung eher eine Art PR-Gag ist oder doch Realität wird, wird sich noch zeigen. Doch den Anlegern wird es egal sein. Denn die Kryptowährung befindet sich seitdem auf Erholungskurs. Am Montag kostete ein Dogecoin bereits wieder 44 Cent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. April 2021 um 23:38 Uhr.