Ein Prototyp des russischen Kampfjets "Checkmate" | via REUTERS

Luft- und Raumfahrtmesse Russland stellt neuen Kampfjet vor

Stand: 20.07.2021 18:49 Uhr

Im Netz kursierten in den vergangenen Tagen bereits Bilder eines neuen russischen Kampfjets, der großteils noch verhüllt war. Nun ist die Maschine namens "Checkmate" in Moskau präsentiert worden.

Von Stephan Laack, ARD-Studio Moskau,  zzt. Köln

Mit einem Countdown und einem aufwändig gestalteten Werbeclip in der Anmutung eines Action-Thrillers war für die heutige "Enthüllung" des neuen Fliegers geworben worden. Der Tarnkappenjet war als grundlegend neues Militärflugzeug angekündigt worden. Er soll in den kommenden Jahren in Serienproduktion gehen. Laut Russlands Präsident Wladimir Putin ist er auf dem Radar schwieriger zu orten und hat zudem eine hohe Flugleistung. In Russland gebe es für das Jagdflugzeug noch nichts Vergleichbares, so der Kremlchef.

Stephan Laack

Genaue technische Details sind noch nicht bekannt. Oleg Panteleew, einer der Organisatoren der Luft- und Raumfahrtmesse MAKS, konnte immerhin so viel verraten: "Dies ist ein neues Kampfflugzeug, vielfältig einsetzbar. Es ist nicht nur ein Abfangjäger. Es kann Luftziele zerstören und auch problemlos Angriffe auf Land- und Seeziele durchführen."

"Die Zukunft gehört unbemannten Fluggeräten"

Auf dem Moskauer Luft- und Raumfahrtsalon sind über 250 Firmen aus mehr als 50 Ländern vertreten. Die diesjährigen Neuheiten umfassen ein breites Spektrum: vom Regionalflieger über neue Elektro- und Hybridantriebe, modernisierte Hubschrauber bis hin zu Überschall-Passagiermaschinen.

In seiner Eröffnungsrede betonte Putin das enorme Entwicklungspotenzial der russischen Luftfahrtindustrie. Er wies insbesondere auf einen Bereich hin, der seiner Ansicht nach besonders wichtig ist: "Die MAKS blickt in die Zukunft, und die Zukunft gehört unbemannten Fluggeräten und Robotersystemen, dem Einsatz künstlicher Intelligenz in der Luftfahrt", sagte er. "All diese Richtungen sind auch auf der Flugshow breit vertreten."

Immer häufiger werden bewaffnete Drohnen in militärischen Konflikten eingesetzt, wie etwa zuletzt von aserbaidschanischer Seite in Bergkarabach. Auch werden unbemannte Fluggeräte bei der Zustellung von Waren wie etwa Medikamenten in schwer zugänglichen Gebieten immer wichtiger.

Thema auch Kommerzialisierung der Raumfahrt

Die Raumfahrt ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Messe. Mit dem diesjährigen Partnerland Kasachstan arbeite Russland insbesondere an der Entwicklung umweltfreundlicher Trägerraketen zusammen, betonte Putin. Und der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, betonte die Notwendigkeit, sich auch der Kommerzialisierung der Raumfahrt, wie sie derzeit durch die Milliardäre Branson, Bezos und Co vorangetrieben wird, zu öffnen.

Aber jetzt, in einem Umfeld, in dem sich die ganze Welt auf eine klare Kommerzialisierung der Raumfahrtaktivitäten zubewegt und der Markt für Raumfahrtdienste eindeutig gewachsen ist, werden wir nicht einfach nur zuschauen. Daher liegt ein Schwerpunkt unserer Ausstellung auf unserer Fähigkeit, die Ergebnisse der Raumfahrtaktivitäten zu verarbeiten und in ein kommerziell nachgefragtes Produkt umzuwandeln.

Die MAKS dauert noch bis zum 25. Juli. Täglich werden bis zu 30.000 Besucher erwartet.