DHL Paketkopter | picture alliance / dpa

DHL stellt Entwicklung ein Paketdrohnen bleiben ein ferner Traum

Stand: 09.08.2021 13:38 Uhr

Die Deutsche Post DHL Group wird ihr Projekt "Paketkopter" nicht fortführen. Das ist zwar kein Abgesang auf die Technologie insgesamt, doch derzeit verhindern Regularien und zu hohe Kosten einen Einsatz der Technik.

Von Detlev Landmesser, tagesschau.de

Die Idee ist nicht neu, aber elektrisiert seit Jahrzehnten Technik- und Logistikexperten: Was wäre, wenn man Materialien oder Pakete über natürliche Barrieren per Drohne viel schneller und kostengünstiger zu den Menschen vor Ort bringen könnte?

In den vergangenen Jahren hat vor allem die Paketzustellung in schwer zugängliche oder dünn besiedelte Gebiete für Fantasien gesorgt, nicht zuletzt die Initiative des US-Internetgiganten Amazon, der unter dem Label "Prime Air" eigentlich schon vor ein paar Jahren regelhaft Pakete per Drohne ausliefern wollte. Das ist bisher nicht geschehen, und der US-Konzern hält sich zu den Gründen bedeckt. Zuletzt hatten unbestätigte Berichte über gravierende Probleme von Prime Air in Großbritannien die Frage aufgeworfen, wie es denn um die Projekte hierzulande steht.

DHL plant keine weiteren Projekte

Wie die "Welt am Sonntag" auf Anfrage erfuhr, hat die Deutsche Post DHL ihr eigenes Zustellprojekt schon seit längerem beerdigt. Das Entwicklungsprojekt "Paketkopter" werde nicht fortgeführt, und es seien derzeit auch keine neuen Projekte geplant, bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber tagesschau.de.

Das letzte Pilotprojekt zum Medikamentenversand in Tansania zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Drohnenhersteller Wingcopter habe 2018 stattgefunden. Die bisherigen Angaben zum "Paketkopter" auf der Website des Konzerns würden entsprechend angepasst werden.

Regulatorische Anforderungen und Kostengründe

Mehrere Gründe hätten zur Einstellung der Projekte geführt, regulatorische Anforderungen und Kostenaspekte seien zwei wesentliche davon gewesen, erläuterte der Sprecher. Beispielsweise hatte das Unternehmen bei einem Projekt zur Medikamentenlieferung auf die Insel Juist jeden Drohnenflug einzeln anmelden müssen.

Dennoch hätten die Testprojekte wertvolle Erkenntnisse gebracht, so der Sprecher. So könnten die Erfahrungen mit den eingesetzten Technologien und Projektpartnern für künftige Ideen nützlich sein.

Keine Absage an die Drohnentechnologie

Das Aus für die Paketzustellung per Drohne bedeutet übrigens nicht, dass sich der Logistikkonzern insgesamt von der Technologie verabschiedet. Der Einsatz von Drohnen in der Lagerhaltung oder die Zulieferung von Ersatzteilen in China würden weiter verfolgt, betonte der Sprecher.

Für Zustelldrohnen in Deutschland scheint die Zeit aber noch lange nicht reif. Die hohen behördlichen Hürden insbesondere in dicht besiedelten Regionen mit ihren hohen Sicherheitsanforderungen dürften die Fantasie hierzulande langfristig dämpfen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 09. August 2021 um 12:40 Uhr.